"Enlivenment" ist der Versuch einer grundsätzlich neuen Sichtweise auf das Zusammenspiel von Natur, Mensch und Ökonomie. Ziel dieses Essays ist ein neues Verständnis der vielfältigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Dabei geht Andreas Weber von der Tatsache aus, dass der Mensch heute die Natur zwar zutiefst erfasst und beeinflusst, aber zugleich selbst von der Natur und dem "Wilden" durchdrungen ist und von ihm bestimmt wird. Im Sinne der Aufklärung implementiert er daher in den philosophischen Diskurs die Kategorie der "Lebendigkeit" als fundamentale Kategorie des Denkens. Nur wenn man lernt, nicht von "Kontrolle" zu sprechen, sondern von "Teilhabe", sobald man vom Verhältnis Mensch/Natur spricht, ist der Boden für eine neue Ökonomie und eine wirkungsvolle Form der Krisenbewältigung geschaffen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2016
Rezensent Uwe Justus Wenzel kennt Andreas Weber als Autor von Büchern, die auf die Belebung unseres In-der-Welt-Seins abzielen. Auch in diesem Buch unternimmt der Philosoph und Biologe laut Rezensent den aus vielen gedanklichen Fäden gestrickten Versuch, der Idee menschlicher Totalkontrolle über den Planeten entgegenzuwirken. Skeptisch gegenüber der Wirkungsmacht objektivierender Naturwissenschaft in diesem Punkt, empfiehlt Weber laut Wenzel eine "Wissenschaft in der ersten Person", allerdings ohne diese allzu genau zu beschreiben. Die schwärmerische Geste scheint dem Autor mehr zu liegen als Begriffsarbeit, meint Wenzel.
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