In Zeiten der Krise können wir von den Stoikern lernen. Ihre Kunst der Seelenruhe bestand darin, sich innerlich von allem loszusagen, was uns vom Schicksal genommen werden kann. Nicht Untätigkeit war das Ergebnis dieser Haltung, sondern neue Energie und Erfolg. Andreas Urs Sommer zeigt in seinem glänzend geschriebenen Buch, wie der stoische Glücksweg auch heute beschritten werden kann. Er erprobt ein neues stoisches Denken, das die Vergänglichkeit aller Dinge nicht als Bedrohung, sondern als Chance erkennt. Dass wir eines Tages sterben müssen, sollte uns gelassen machen. Und der Verzicht auf endgültige Gewissheiten kann uns zur Weisheit führen - und zur Seelenruhe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2009
Nein, Seelenruhe findet Gustav Falke bei dieser Lektüre nicht. Der Versuch, dem Autor in seinem Vorschlag (Stoizismus als Option für die zeitgenössische praktische Philosophie) zu folgen und sich der Illusionslosigkeit hinzugeben, führt Falke ins Dickicht von Therapie und Diagnose, das ihm Andreas Urs Sommer leider nicht zu klären vermag. Zusammen mit dem Autor als Stoiker modernen Zuschnitts durchs durchindividualisierte, auf Distanz bedachte Leben zu gehen, ohne Gewissheiten und Überzeugungen - das ist nichts für Falke. Ihm fehlt bei diesem Lebensentwurf der Sinn fürs Gute, und ein darauf bezogenes Sollen und, ja, eine Moral.
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