Aus dem Lateinischen von Heinz Gunermann, Franz Loretto und Rainer Rauthe. Müssen denn alle Seeufer mit Luxusvillen zugebaut werden? Muss man Delikatessen vom anderen Ende der Welt auf dem Tisch haben? Geradezu aktuell wirken Senecas Beispiele, mit denen er in den Briefen an seinen Freund Lucilius die Regeln für ein rechtes Leben gemäß der Stoa vermittelt: Wenn wir der Natur folgen, brauchen wir weniger und leben zufriedener und gesünder. Auch wer etwas über die römische Gesellschaft erfahren möchte, kommt bei der Lektüre der Briefe auf seine Kosten. Denn wie kaum ein anderer wusste Seneca die Marotten seiner Zeitgenossen aufs Korn zu nehmen und ein lebendiges Bild vom Alltagsleben zu zeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2014
Mit einer gelehrten Besprechung würdigt Rezensent Uwe Walter diesen Band mit Übersetzungen der Briefe Lucius Annaeus Seneca an Lucilius. Auch wenn der Kritiker selbstredend lieber zur zweisprachigen Lektüre greift, lobt er hier doch die beigefügten - wenn auch gekürzten Anmerkungen sowie das Nachwort und Glossar der Eigennamen. Und so lässt er sich einmal mehr auf Senecas "quecksilbriger Gedankenführung" ein und liest in den 124 erhaltenen Briefen wie sich Seneca auf den Tod vorbereitet. Lateinkundigen würde der Kritiker in jedem Fall aber die zweisprachige Ausgabe empfehlen.
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