Woher kommt Moral und wie zeigt sie sich heute? Moderne Gesellschaften sind Krisengesellschaften: Universelle Werte sind erodiert, eine allgemeingültige Moral scheint für immer der Vergangenheit anzugehören. Doch der Schein trügt: Tatsächlich gibt es universelle Werte, die alle Menschen miteinander teilen. Hanno Sauer erzählt die Geschichte unserer Moral von der Entstehung menschlicher Kooperationsfähigkeit vor 5 Millionen Jahren bis zu den jüngsten Krisen moralischer Polarisierung. Und er beschreibt, welche Prozesse biologischer, kultureller und historischer Evolution die moralische Grammatik formten, die unsere Gegenwart bestimmt. Woran können wir uns orientieren? Wie wollen wir leben? Wie können wir miteinander auskommen? Wie ist es uns früher gelungen, und wie wird es in Zukunft möglich sein?" Dies sind moralische Fragen, und die Geschichte, die ich erzählen will, ist eine Geschichte der Moral.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2023
Rezensentin Marianna Lieder findet Hanno Sauers geschichtliche Ergründung der Moral in Teilen gewöhnungsbedürftig. Beginnend vor fünf Millionen Jahren erzählt der Philosoph etappenweise die Moralgeschichte als eine "Fortschrittsgeschichte", zur Erleichterung der Kritikerin aber immerhin als eine "pessimistische": So gehe es neben einer stetigen Erweiterung der menschlichen Kooperationsgruppen auch um Ausbeutung, soziale Ungleichheit oder Menschheitsverbrechen. Wie stark sich der Autor an anderer Stelle dann aber auf die umstrittene These des kanadischen Anthropologen Joseph Henrich beruft, der eine Art Sonderstellung und "Denkstil" des Westens aus der katholischen Familien- und Ehepolitik heraus begründe, stößt der Kritikerin doch etwas auf; die berechtigten Einwände gegen Henrich werden ihr zu knapp abgehandelt. Auch der "smarte", leicht "hemdsärmelige" Schreibstil lässt Lieder nicht in Begeisterung ausbrechen. Gut findet sie wiederum, dass Sauer sich klar für emanzipatorischen Aktivismus ausspreche, und auch den teils provokativen Ton stuft sie als "anregend" ein.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…