Andreas Schäfer

Das Gartenzimmer

Roman
Cover: Das Gartenzimmer
DuMont Verlag, Köln 2020
ISBN 9783832183905
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die Villa Rosen, ein neoklassizistisches Landhaus, wird 1909 von dem später zu Weltruhm gelangenden Architekten Max Taubert für einen Professor Adam Rosen und seine Frau Elsa entworfen. Als Frieder und Hannah Lekebusch Mitte der Neunzigerjahre das leer stehende Haus am Rande des Berliner Grunewalds entdecken, erliegen sie seinem verwunschenen Charme. In einer aufwendigen Restaurierung stellen die Lekebuschs den Originalzustand des Hauses wieder her, und schnell wird die neu erstrahlende Dahlemer Villa als "Kleinod der Vormoderne" zum Pilgerort für Taubert-Fans, Künstler und einflussreiche Journalisten. Und - wie schon in der Weimarer Republik und zur NS-Zeit - zum Spielball der Interessen. Sie wollten den alten Geist des Hauses wiedererwecken, doch mit den Auswirkungen des Ruhms und dem langen Schatten der Vergangenheit haben die Lekebuschs nicht gerechnet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.08.2020

Eine Villa unweit des Wannsees ist der Schauplatz dieses Romans, der abwechselnd von ihren Bewohnern in der Weimarer Republik und denen nach der Jahrtausendwende erzählt, so Rezensentin Cornelia Geißler. Nach und nach komme man den Figuren näher und lernt ihre Prägung durch ihre jeweilige Zeit kennen, was Geißler sowohl anregend als auch unterhaltsam findet. So, wie das Haus die Zeiten verbindet, so schafft es der Autor mit diesem Roman, die Vergangenheit greifbar zu machen, schließt die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.07.2020

Rezensentin Katrin Bettina Müller hätte sich mehr Unordnung gewünscht in Andreas Schäfers Roman um eine Berliner Villa und ihre Bewohner durch die Jahrzehnte. Weil alles so aufgeräumt wirkt im Text, Details, Sprache, Dramaturgie, verlegt sich die Rezensentin (aus Langeweile?) auf die Frage, was sie mehr bei der Lektüre hält, die Erzählkunst oder die gut recherchierte und in den Text übertragene Zeithistorie. Dass es sich um einen Roman und kein Sachbuch handelt, scheint Müller beim Lesen mitunter vergessen zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2020

Rezensent Gerhard Matzig ist ganz verliebt in Andreas Schäfers Roman, genauer: in das Haus, die Villa Rosen/Riehl, die Hauptfigur im Buch. So sehr, dass er am Ende der Geschichte des Hauses und seiner Bewohner zwischen Krieg, Schicksalen, Ehekrisen sehr traurig Abschied nimmt. Wie Schäfer den Text gestaltet, detailgenau, ohne Nebensächlichkeiten, sprachmächtig und rhythmisch durch die Zeiten führend, das erscheint Matzig wie das Stein-auf-Stein eines guten Bauwerks. Für Architekturinteressierte bietet Schäfer zudem anregende Rätsel, von denen Matzig allerdings mindestens zwei schon verrät.

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