Aus dem Spanischen von Dominika Geyer und Wolfgang H. Spindler. Álvaro d'Ors (1915-2004), Ordinarius für Römisches Recht, einflussreicher, theologisch versierter politischer Denker und Autor, kritischer Freund von Carl Schmitt, setzt dem idealistischen politischen Denken im hier erstmals auf deutsch vorliegenden Essay eine realistische Betrachtungsweise entgegen. Seine romanistisch-zivilrechtlich geprägte Besinnung auf eine anthropologisch fundierte, naturrechtliche Gemein- wohllehre vermag nicht nur verwaschene oder vermiedene Begriff e wie universal und öffentlich, Freund und Feind, Bürger-, Vernichtungs-, Sezessionskrieg, Invasion, Genozid und so weiter zu klären. Sie enthält auch eine luzide Kritik an typisch deutschen Vorstellungen von Staat, Kirche und Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2016
Traditionalistische Katholiken werden sich vermutlich über dieses Buch freuen, alle anderen sollten sich die Lektüre sparen, meint Rezensent Michael Pawlik. Entsetzt liest der Kritiker das Traktat des spanischen Juristen und Carl-Schmitt-Freundes Alvaro d'Ors, der in dieser Version des katholischen Naturrechts unter anderem seine Auffassung des natürlichen Rechts auf kollektive Selbstverteidigung schildert: Die Todesstrafe sei etwa eine "Modalität legitimer Verteidigung", erfährt Pawlik, dem insbesondere d'Ors' Ansichten zur wahllosen Einwanderung landesfremder Gruppen, gegen die man sich bereits präventiv zur Wehr setzen müsse, "perfide" und gefährlich erscheinen. Dieses Buch sei nicht polemisch oder provokativ, sondern schlichtweg unanständig, schließt der Rezensent.
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