Längst hat der Schweizer Bilderbuchheld eine Spezialausgabe verdient. Die Illustrationen werden von den frühen Drucken ausgehend neu lithografiert und erscheinen farblich, wie sie der Künstler seinerzeit anstrebte. Die sogenannte "Engadiner Trilogie", die drei Geschichten mit Ursli und Flurina, erscheinen damit erstmals in einem Band; begleitet von Beiträgen über Alois Carigiet und Selina Chönz, zur Geschichte des Buches und zu seiner Bedeutung.
Christina Meier freut sich sehr, dass der Schweizer Bilderbuchklassiker vom Schellen-Ursli nach zahlreichen, ästhetisch oft stark abgewandelten Neuauflagen nun endlich wieder mit Alois Carigiets auch farblich korrekt wiedergegebenen Originalillustrationen verfügbar ist. Alles andere ist ja auch eine Versündigung, entstanden die Bilder doch binnen eines sechs Jahre währenden, genauen Studiums der Eigenheiten des Schweizer Dorflebens, das hier szenisch detailliert wiedergegeben wird, erklärt die Rezensentin, die bei der Lektüre "sehr viel über das bäuerliche Leben der Region dieser Zeit" erfahren hat. Dass der Band noch um zwei weitere Bilderbücher ergänzt wird, erfreut Meier noch zudem.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
Von der doch recht simpel erscheinenden Story soll man sich nicht täuschen lassen, meint Rezensent Tilman Spreckelsen. Die Geschichte vom Jungen Ursli und seiner Almglocke, die Selina Chönz bereits 1945 in Versen aufgeschrieben und der Maler Alois Carigiet später bebildert hat, zeigt ihre ganze Schönheit für Spreckelsen erst beim Vorlesen und Angucken. Vor allem, wie Carigiet die Engadiner Kulturlandschaft zwar detailliert abbildet, sie aber zugleich durch veränderte Proportionen und Perspektiven allem Dokumentarischen und Statischen lustig enthebt, hat ihn nachhaltig beeindruckt. Das Wiederlesen des Bandes mit seinen rekonstruierten Originalbildern wird so niemals langweilig, versichert er.
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