Mit Fotos von Karlheinz Weinberger. Tino, das ist die abenteuerliche Geschichte des Gründers der Schweizer Hell's Angels, zu einer Zeit, als in der bürgerlichen Schweiz Petticoat und Elvis-Tolle, Halbstarke und Gammler zu einem sichtbaren Phänomen in den Städten werden. Was dem braven Bürger Schreck einjagen könnte, finden sie gut, die jungen Leute, die sich am Rande der Gesellschaft treffen. Ihr Idol ist Tino, der in Halbstarkengruppen, bei den Rockern und schließlich bei den Hell's Angels mitmischt - ein Symbol des anarchischen Aufruhrs. Als er 1981 im fernen Bolivien stirbt, findet auch eine Epoche schweizerischer Jugendkultur ihr Ende. Willi Wottreng hat sie akribisch nachgezeichnet
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2002
Ein bisschen, meint der mit rib. zeichnende Rezensent, erliegt der Autor in seiner Biografie des Schweizer Hell's Angel Tino, dem "Mythos", was er aber angesichts von Tinos Werdegang, der an sich schon Stoff für "Legenden" biete, verstehen kann. Auch wenn es rib. ein wenig übertrieben findet, den Rocker, der aus einer Schweizer Strafanstalt floh und 1981 in Bolivien gestorben sein soll, mit Shakespear'schen Königsfiguren zu vergleichen - die Faszination des Autors für den schillernden Tino, der mit Friedrich Dürrenmatt befreundet war, findet der Rezensent sehr verständlich. Besonders gut an dieser Biografie gefällt ihm, dass es Wottreng gelinge, "eindrucksvoll" darzulegen, wie sehr der Bürgerschreck Tino den "bürgerlichen, ja biederen Sehnsüchten" verhaftet war.
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