Klappentext

Mit acht Karten. Der arabische Frühling sieht anders aus als die iranische grüne Revolution, und in Ägypten hat er eine andere Farbe als in Syrien. Auch wenn es schwerfällt, mehr denn je sollte man unterscheiden zwischen der islamischen Geschichte, also der Geschichte aller Muslime weltweit, von Marokko bis Indonesien, und der Geschichte von Staaten, Herrschaftsgebilden und Kulturen, die nicht darin aufgehen, dass sie sich einer islamischen Weltreligion zugehörig fühlen. Die arabischsprachige Kultur verbreitete sich zwar mit den ersten Expansionswellen des Islam, blieb dann aber doch auf Kernländer (bis ungefähr zur Nord- und Ostgrenze des Irak) konzentriert, die heute noch eine Staatengruppe bilden, die Arabische Liga. Die säkulare Geschichte dieser Länder und Staaten zu schreiben und dezidiert als politische und kulturelle Geschichte zu verstehen, nicht als religiöse Heilsgeschichte, das unternimmt dieses Buch, auch um das Verständnis ganz aktueller Entwicklungen in Ägypten oder Syrien mit einem historischen Fundament zu unterbauen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2013

Lesenswert fand Rezensent Wolfgang Günter Lerch diese Geschichte der arabischen Welt, der er "große Nüchternheit" bescheinigt. Er bewundert die Fähigkeit des Autors, dreitausend Jahre Geschichte komprimiert auf vierhundert Seiten zusammenfassen zu können und hebt hervor, dass der Autor Alfred Schlicht sich um Absetzung von anderen Geschichtsdarstellungen bemühe, indem er vor allem eine "weltlich orientierte" Geschichte der arabischen Staaten zu schreiben versuche. Dabei spiele auch das Verhältnis zu Europa eine große Rolle. Die kolonialisierten Länder werden ebenso betrachtet wie der arabische Frühling, den Schlicht von Anfang nicht sehr optimistisch beurteilt hat, informiert uns Lerch. Insgesamt so Lerch in seiner überaus trockenen Kritik, ist Schlichts Darstellung "wirklichkeitsnah".
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