Alfred Hitchcock, Francois Truffaut

Truffaut/Hitchcock

Cover: Truffaut/Hitchcock
Diana Verlag, München - Zürich 1999
ISBN 9783828450219
gebunden, 323 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Hunorvoll, klug, verschmitzt, ironisch, keiner Pointe und keiner Anekdote abhold, so präsentiert sich Hitchcock in den 50 Stunden, die François Truffaut ihn interviewt und in denen er 500 Fragen beantwortet. So entsteht DAS Filmbuch schlechthin, eine Hommage an Hitchcock und an das Filmemachen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

In einer Sammelrezension hat sich Norbert Grob mit den folgenden zehn Büchern über das Metier des Films, seinen Mythen, Machern und Mitspielern beschäftigt:
1) Robert Fischer (Hrsg.): "Truffaut/Hitchcock"
Wie die Videokopie zur Breitwand verhält sich das bisher greifbare Taschenbuch der Truffautschen Interviews mit Alfred Hitchcock ("Mr.Hitchcock, wie haben Sie das gemacht") zu dieser Ausgabe: die Fotos aus den entsprechenden Filmen sind neu beigefügt. Ob dieser Band allein dadurch schon zur "vollständigen" Ausgabe wird (so vollständig wie das frz. Original?), darüber klärt der Rezensent nicht weiter auf, begeistert sich dafür aber noch einmal für den "abenteuerlichen Dialog" der beiden so wichtigen Regisseure.
2) Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen: "Alfred Hitchcock"
49 Autoren, und zwar die "wichtigsten deutschsprachigen Filmkritiker und -essayisten" sind von den Herausgebern zu teils freundlichen teils "respektlosen" und gar "zornigen" Aufsätzen über den Meister animiert worden.
3) Enno Patalas: "Alfred Hitchcock"
Ein "entspanntes" und "reflektiertes" Portrait zu Karriere und Werk Hitchcocks ist Patalas gelungen, meint Grob und hebt besonders die Einsichten des Autors in die "seltsame Fantasie" Hitchcocks hervor, die in H.s früher Entdeckung Edgar Allan Poes ihren Ursprung habe; dessen "Lust an der Furcht" habe Hitchcock früh als seine eigene entdeckt.
4) Donald Spoto: "Alfred Hitchcock und seine Filme"
Sehr breit angelegt und manchmal "umständlich" hat dieser Autor seine Hitchcock-Würdigung angelegt, - allein die Analyse des Films "Vertigo" nimmt schon 42 Seiten in Anspruch, moniert der nicht allzu enthusiastische Rezensent.
5) Antoine de Baecque/Serge Toubiana: "Francois Truffaut"
Als sehr detaillierte Biografie des wichtigsten Vertreters der französischen Nouvelle Vague, würdigt Grob dieses Buch. Kindheit bei den Großeltern, Erziehungsheim und Rowdyjahre, Soldatenzeit und Truffauts erste Tuchfühlung mit dem Medium des Films als Kritiker sind nachgezeichnet. Die Kinoleinwand wird von den Autoren als "Fluchtpunkt" herausgearbeitet für einen, der sich an der "Wirklichkeit rächen" wollte, bemerkt Grob.
6) Barbara Leaming: "Marilyn Monroe"
Obwohl die Autorin sich für ihre Biografie etwas anderes vorgenommen hatte, nämlich die Suche nach den psychischen Wunden, die der Monroe durch die mangelnde Achtung ihrer Arbeit geschlagen wurden, hat sie doch wieder nur den bekannten Durchmarsch durch die bekannten Affären, Zusammenbrüche und Skandale geliefert, urteilt der enttäuschte Rezensent.
7) Richard Blank: "Jenseits der Brücke. Bernhard Wicki"
Eine "anschauliche" Schilderung Wickis als "authentischer" Schauspieler, den auch Grob seinerzeit, wie er bekennt, als "Idealbild des Neuen Mannes" bewundert hat; dabei hat der spätere Regisseur selbst seine Zeit vor der Kamera eher als vergeudete angesehen.
8) Elisabeth Bronfen: "Heimweh"
Die Autorin entdeckt in diesem Essay als unterschwelliges Thema Hollywoods die amerikanische Erzählung von der Fremde, von Heimatlosigkeit, Weggang und Rückkehr, die sie beispielhaft für mehrere Regisseure - darunter Pabst, Sternheim und auch Hitchcock - analysiert; Grob meint: ein "interessanter Entwurf".
9) Geoff Andrew: "Stranger than paradise"
Mit Filmemachern außerhalb des Mainstream - wie Hartley, Haynes, Jarmusch und Sayles - beschäftigt sich dieses Buch, dessen Autor die "Lust des Filmesehens" anzumerken ist, schreibt Grob.
10) Georg Seeßlen: "Copland"
Der Autor beschäftigt sich mit der Mythologie des Polizisten im Film (besonders den USA), der am Ende als kaputter Typ zur Doppelfigur von "Erlöser und Dämon" geworden ist. Seesslen ist hier eine "detailkundige Genre-Exegese" gelungen, urteilt Grob.
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