Claude Chabrol, Eric Rohmer

Hitchcock

Cover: Hitchcock
Alexander Verlag, Berlin - Köln 2013
ISBN 9783895812804
Gebunden, 287 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Robert Fischer. 1957 arbeiten Claude Chabrol und Éric Rohmer als Kritiker bei der Filmzeitschrift Cahiers du Cinéma und gehören wie ihre Kollegen Truffaut, Godard und Rivette zu den vehementen Verteidigern der Autorentheorie. Vor diesem Hintergrund empfehlen sie ihren Lesern, das Werk eines Regisseurs neu zu bewerten, der bislang ausschließlich als kommerziell galt und von den Filmhistorikern als 'Autor' nicht wahrgenommen wurde: Alfred Hitchcock. Die Autoren analysieren in chronologischer Reihenfolge jeden einzelnen der bis dato entstandenen 45 Filme und warten mit Resultaten auf, die auch für Hitchcocks spätere Filme gültig sind. Enthusiastisch, provokativ und zugleich schlüssig in ihrer Argumentation definieren Chabrol und Rohmer dabei zudem Aufgabe und Methodik der Filmkritik neu.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Bestürzt konstatiert Jürgen Kaube, dass Filmklassiker im Allgemeinen und jene von Alfred Hitchcock im Besonderen unter jungen Sozial- und Geisteswissenschaftlern durchaus nicht zum Bildungskanon gehören. Darin sieht der Rezensent einerseits eine Schwäche jener Studienfächer, für die Literatur noch immer einen höheren Stellenwert genießt als der Film, zum anderen aber auch eine Schwäche der Unterhaltungsindustrie, in der das Tagesgeschäft immer wichtiger ist als die Klassikerpflege. Dabei haben Claude Chabrol und Éric Rohmer bereits 1957 in ihrer einschlägigen Monografie "Hitchcock" bewiesen, dass große Filme, ja sogar große Genrefilme "den Vergleich mit großer Literatur nicht zu scheuen" haben, meint der Rezensent. Und obwohl es sich bei den beiden Autoren um Filmkritiker handelt (Regisseure wurden sie erst wenig später), bieten sie eine tiefgehende analytische Auseinandersetzung, die weit über das bloße Fällen von Geschmacksurteilen hinausgeht, lobt Kaube.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.08.2013

Fritz Göttler begrüßt die Erstausgabe von Eric Rohmers und Claude Chabrols Hitchcock-Buch auf Deutsch. Immerhin 56 Jahre nach seiner Originalveröffentlichung vermag das Buch dem Rezensenten zwar nicht Befunde und Ergebnisse, wie Truffauts Interviewband, zu vermitteln. Doch indem Göttler der Bewegung des Textes nachspürt, entdeckt er die Geburt eines neuen Denkens und Schreibens übers Kino, angelehnt an den Strukturalismus, wie er erläutert, die Filme Hitchcocks einen nach dem anderen abhandelnd. Was diese metaphysische Interpretation des Masters of Suspense und seines theoretischen Anschlusses an Kant, Platon und Baudelaire an Kühnheit und auch an Naivität offenbart, macht Göttler sprachlos.
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