Alexandra Seitz

Johnny Depp

Ein Porträt
Cover: Johnny Depp
Bertz und Fischer Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783929470437
Broschiert, 190 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Den Erwartungen Hollywoods wollte Johnny Depp nie so recht entsprechen: Statt in Mainstream-Produktionen aufzutreten, verkörperte er eher eigenwillige Charaktere in den Filmen anerkannter Querköpfe. Für Tim Burton spielte er den verschrobenen "Edward mit den Scherenhänden", den unerschütterlichen Selfmade-Regisseur "Ed Wood" und Constable Crane auf der Suche nach dem Kopf des kopflosen Reiters ("Sleepy Hollow"). In Jim Jarmuschs "Dead Man" gab er einen sterbenden Buchhalter, der zum Revolverhelden wird. Terry Gilliam ließ ihn mit halbrasiertem Schädel als drogenumnebelten Hunter S. Thompson durch "Fear and loathin in Las Vegas" taumeln. Undsoweiter. Doch während Depp sich der Ausbeutung seines Talentes in Kommerzproduktionen widersetzen konnte, gelang es ihm nicht, sich der Ausbeutung seines Privatlebens durch die Regenbogenpresse zu entziehen. Von Beginn seiner Karriere an stand der schöne junge Mann im Fokus der Boulevardpresse. Kaum jemandes Körperschmuck dürfte besser dokumentiert sein, und Legion sind die Berichte über Depps Beziehungen zu Winona Ryder und Kate Moss. Nichts passte den Medien dann besser in den Kram, als wenn "Unruhestifter" Depp mitunter die Nerven verlor und in Handschellen aus einem Hotel geführt wurde oder mit einer Holzplanke auf Paparrazzi losging. Mit Jack Sparrow aus "Fluch der Karibik" - die Fortsetzungen sind schon in Arbeit - hat sich einer seiner berühmt-berüchtigten Sonderlinge in ein äußerst lukratives Mainstream-Movie eingeschlichen: Johnny Depp steht in der Blüte seiner Jahre auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Das Buch zeichnet seinen Werdegang nach, widmet sich allen seinen Filmen und versucht, seiner Darstellungskunst auf die Spur zu kommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2006

Trotz einiger Mängel hält die Rezensentin mit dem Kürzel "lue." das Starporträt von Johnny Depp für gelungen und konzediert der Autorin, mit ihrer Argumentation den zentralen Punkt des falsch eingeschätzten Hollywood-Schauspielers getroffen zu haben. Anhand der nachgezeichneten Stationen, von den frühen Serienrollen bis zu den gegenwärtigen Blockbustern, sei es Johnny Depp gelungen, eine "schauspielerische Freiheit" zu entwickeln, die sich von Film zu Film immer wieder neu erfindet und uminterpretiert. Seine zwischen "Image und Imageverweigerung" schwankende Karriere lässt sich als Gegenentwurf und "rebellischer Akt" begreifen. Schade nur, dass die Autorin auf keine Interviews mit dem Schauspieler selbst zurückgreifen konnte und ihre Informationen allzu penibel angeordnet hat, findet lue.
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