Herausgegeben im Auftrag des Österreichischen Filmmuseums von Michael Omasta, Brigitte Mayr und Elisabeth Streit. Mit seiner Rolle in Fritz Langs "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) wurde der am 26. Juni 1904 geborene Altösterreicher Peter Lorre zum Inbegriff des Bösewichts im internationalen Kino. Seine zahlreichen Auftritte in Hollywood, wohin er 1934 emigrierte, steigerten seinen Ruhm. Der neue Band der Buchreihe Zsolnay/Kino, einer Kooperation des Österreichischen Filmmuseums und des Zsolnay Verlages, präsentiert neben zum Großteil unpublizierten Photos und Illustrationen, nicht nur vielfältige Perspektiven auf Lorres Leben und sein Werk, sondern wirft auch literarische und analytische Zooms auf seine wichtigsten Filme. Mit Beiträgen von Ilse Aichinger, Elfriede Jelinek, Theodore Bikel, Christian Petzold, Robert Schindel, Christoph Fuchs, Gerd Gemünden, Christoph Huber, Monika Meister, Peter Nau, Enno Patalas, Daniela Sannwald und Georg Seeßlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.07.2004
Der Rezensent Daniel Kothenschulte ist bekennender Fan des "größten kleinen Schauspielers, den das Kino je gekannt hat": Peter Lorre, der vor hundert Jahren geboren wurde. Dementsprechend gut gefällt ihm das Buch aus dem "Dunstkreis des Österreichischen Filmmuseums" und lobt bei dieser Gelegenheit auch deren andere Veröffentlichungen. In der Rezension geht es jedoch nur am Rande um die Vorzüge des Buches. Kothenschultes Meinung nach ist es gar nicht schwer, "Peter Lorre mit soviel Liebe zu begegnen. Es ist nahezu unvermeidlich". Vor diesen Hintergrund geht der Rezensent der Frage nach, vorher diese Bewunderung rührt und stellt die Frage nach Lorres Rezeption in seiner Zeit. Auch damals war er schon "Idol der Outcasts" und wurde vom Mainstream weitgehend ignoriert, obwohl er mit "Der Verlorene" den "künstlerisch wohl bedeutendsten Film über die Nazizeit" gemacht hat.
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