Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Was ist Freundschaft eigentlich und was bedeutet sie für uns? Eine Frage, die im Zeitalter von Facebook und Co., wo zufällige virtuelle Bekannte schon "Freunde" genannt werden, besonders wichtig erscheint. Alexander Nehamas erläutert die Ideen klassischer und zeitgenössischer Philosophen, beleuchtet Beispiele aus Literatur, Theater, Kunst und Film und lässt immer wieder persönliche Erlebnisse und Erfahrungen aus seinen Freundschaften einfließen. Er zeigt, wie sich das Verständnis von Freundschaft im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat, privater und auch komplexer wurde. Doch eines ist gleich geblieben: Freundschaften sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens und so individuell wie die daran Beteiligten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2017
Rezensentin Manuela Lenzen lernt in diesem Buch die verschiedenen, auch problematischen Facetten der Freundschaft kennen. Vergnügt folgt sie dem in Princeton lehrenden Philosophen und Literaturwissenschaftler durch die Begriffsgeschichte der Freundschaft, erfährt, dass Philosophen den Begriff aufgrund seiner moralischen Zweifelhaftigkeit - Freundschaft ist stets parteilich, liest Lenzen - das Phänomen von jeher mit spitzen Fingern anfassen und lernt, wie sich der Begriff in der Gegenwart veränderte. Gern folgt sie dem Autor zudem auf seinem Streifzug durch verschiedene Freundschaften der Literatur-, Film- und Weltgeschichte. Gern hätte die Kritikerin allerdings auch ein paar sozialwissenschaftliche oder pädagogische Ansätze zum Thema gelesen oder etwas über die Folgen von Einsamkeit erfahren.
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