Dieses Buch ist ein Versuch, sich mit dem Werk eines der bedeutendsten Philosophen der vergangenen Jahrzehnte als einer Einheit zu beschäftigen.Es soll darin vor allem um das Ich gehen, um den Gebrauch, den ein Philosoph, der sich um ein Verständnis der Gedanken Derridas bemüht, von der Ichform machen kann, zum Beispiel im Verhältnis zu Anderen. Das Ich ist der Leitfaden, der dazu dient, die philosophische Idee der Dekonstruktion so genau wie möglich zu umreißen, und die Tragweite der umrissenen Idee an vier Denkmodellen so weit wie möglich aufzuzeigen. Das Ich ist aber ebenfalls der Leitfaden, der dazu verhelfen soll, die Erinnerung des Autors an Jacques Derrida so lebendig wie möglich zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.12.2008
Christian Schlüter findet eigentlich, dass Alexander Garcia Düttmann "alles richtig macht", wenn er in seinem Buch der Frage nachgeht, worauf Jacques Derrida mit seinem Dekonstruktivismus eigentlich antwortet, und trotzdem ist ihm etwas unbehaglich zumute. Folgerichtig greift der Autor bei seiner Rekonstruktion des "Problems der Dekonstruktion" den dem Ich begegnenden Anderen auf und beleuchtet deren Beziehung, so der Rezensent sehr einverstanden. Nicht erklärlich allerdings ist ihm, warum der Philosoph in diesem Zusammenhang die sozialphilosophischen Ausführungen von Emmanuel Levinas ignoriert, der als Bezugspunkt der Derrida'schen Überlegungen zu sehen ist, wie Schlüter meint. Dafür wirkt er dann aber wieder sehr angetan von Düttmanns Ausführungen zur Einzigartigkeit des Verhältnisses des Ich zum Anderen, die in Derridas Bezeichnung von der "Politik der Freundschaft" mündet. Die Quelle seines eingangs erwähnten "Unbehagens" sind Düttmanns persönliche Erinnerungen an Derrida und gemeinsame Bekannte, die der Rezensenten absolut unpassend und zudem total distanzlos findet, was seiner Meinung nach diesem hervorragenden Buch einen dicken Minuspunkt einträgt.
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