Die hier versammelten Texte lassen erkennen, welche herausragende Rolle das Thema ?Zeit? in der französischen Philosophie des 20. Jahrhunderts spielt. Die Kommentare der Herausgeber erläutern die verbindenden und die trennenden Konzepte der einzelnen Denker und verdeutlichen so die thematische Vielfalt und das anspruchsvolle theoretische Niveau der französischen Zeitphilosophie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.09.2000
In seiner Rezension verweist Rüdiger Suchsland darauf, welche zentrale Rolle der Zeitbegriff in der französischen Philosophie des 20. Jahrhunderts spielt und charakterisiert Henri Bergson als den "Vater aller Dinge" in dieser Reflexion, die nach Suchsland in Deutschland keine Entsprechung hat. Der Rezensent berichtet, dass die 14 hier versammelten zentralen Texte dieser französischen Tradition zwar "mitunter schwer verständlich" seien, dass sie aber von den Herausgebern sachkundig kommentiert und in den Zusammenhang gestellt werden. Dann zeichnet er einige Texte des Bandes nach und geht dabei unter anderem auf Jean-Luc Nancy ein, der einen "politischen" Zeitbegriff formulieren zu wollen scheint, aber auch auf Jacques Derrida, dessen Text über die Zeit von dem Shakespeare-Zitat "The time is out of joint" (die Zeit ist aus den Fugen) ausgeht und in einer nach Suchsland für das Spätwerk dieses Philosophen typischen Reflexion über Gerechtigkeit mündet. Bei allen Philosophen bleibt dabei, wenn man Suchsland glaubt, der Bezug zu Bergson lebendig. Seine insgesamt sehr positive Besprechung nuanciert Suchsland nur in einem Punkt: Einigen Spitzen der Herausgeber gegen Habermas fehlt es seiner Meinung nach an "Genauigkeit und Begründungsschärfe".
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