Übersetzt von Elisabeth Siefer. Mit Beiträgen von Enrique Molina, Olga Orozco, Octavio Paz sowie 10 Abbildungen von Dorothea Bochud.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2001
Erfreut zeigt sich Rezensent Tobias Burghardt, dass langsam, aber sicher bedeutende argentinische Autoren übersetzt werden und so aus dem langen Schatten von Borges heraustreten. Nun also die "legendäre Lyrikerin" Alejandra Pizarnik. Burghardt macht besonders auf ihren jüdischen Hintergrund aufmerksam - und darauf, dass es lange Jahre verpönt war, ihn auch nur zu erwähnen. Er lobt den "wunderbaren Prolog" von Octavio Paz, der dem Band voransteht. Er erwähnt ein Pizarnik gewidmetes Gedicht einer anderen Lyrikerin und einen Essay, die in dem Band enthalten sind. Nur über Pizarniks Lyrik hat Burghardt eigentlich nichts zu sagen - außer dass sie sich, wie die argentinische Lyrik insgesamt, durch ihre "imaginative Intensität" auszeichne. Aha.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000
Gedichte, die den frühen Tod respektive Selbstmord der Lyrikerin nie vergessen lassen, findet Hans-Jürgen Schmidt. Er zitiert: ?Den Tod immer zur Seite./ Ich horche auf sein Sagen./ Nur mich höre ich?. Mit sechsundreißig Jahren nahm sich die Tochter ukrainisch-jüdischer Einwanderer in Argentinien das Leben. Der vorgebliche Dialog der Gedichte ist, so Schmidt, Selbstgespräch und Zweifel an der Sprache. Verblüfft hat ihn die Simplizität der Worte und Verse; erst aus der "Spannung der epigrammatischen Spruchform" ergibt sich die "Ausstrahlung". Ein großes Lob auch für die Übersetzerin: der "ungewöhnliche Rang" dieser Dichtung ist in Elisbeth Siefers Übertragung deutlich spürbar geblieben, schreibt Schmidt.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…