In der aktuellen Flüchtlingsdebatte stellt sich immer dringlicher die Frage nach einem neuen Gesellschaftsvertrag. Dabei sind insbesondere drei Aspekte zu berücksichtigen: erstens die politische Durchsetzung von Menschenrechten als eine moderne Errungenschaft der Geschichte; zweitens die soziale Unterfütterung dieses rechtlichen Schutzes durch uralte kulturelle Werte wie Empathie und Solidarität, und drittens ein Kanon von Regeln des fairen und respektvollen Zusammenlebens unter Einheimischen und Zugewanderten. Für diesen Kanon, der jenseits kultureller Differenzen als gemeinsame Verpflichtung anerkannt wird, schlägt Aleida Assmann den Begriff der "Menschenpflichten" vor, deren fünftausendjährige Geschichte sie rekonstruiert und für die Gegenwart aktualisiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2018
Isabell Trommer nimmt den auf eine Vorlesung zurückgehenden Band der Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann als sinnvolle Anregung. Assmanns Aufruf zu einem neuen Gesellschaftsvertrag, der Deutsche wie Zuwanderer einschließt, zur Besinnung auf Tugenden wie Empathie und Respekt im Sinne eines friedlichen Miteinanders, den die Autorin mit weit ausholender Perspektive bis in die ägyptischen Weisheitslehren stützt, wie Trommer erklärt, mangelt es laut Rezensentin allerdings an begrifflicher Schärfe. Wie sich Weisheit, Tugend, Pflicht unterscheiden, vermag ihr Assmann nicht auseinanderzusetzen. Einige Exkurse scheinen Trommer dagegen zu weitläufig für so ein schmales Buch.
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