Der Band geht auf zwei Vorlesungen zurück, die Albrecht Wellmer an der FU Berlin gehalten hat. Ausgangspunkt ist eine kritische Betrachtung der Theorien Wittgensteins und Davidsons aus sprachpragmatischer Perspektive, der ein Exkurs zum Verhältnis von Wahrheit und Rechtfertigung folgt. Schließlich erweitert er die sprachanalytischen Fragestellungen um eine hermeneutische Sicht auf unsere Sprachpraxis. Mit Heidegger, Gadamer und Derrida geht er dabei einerseits über die Grenzen hinaus, die durch die sprachanalytische Vorgehensweise gezogen sind, konfrontiert andererseits die Texte der "kontinentalen" Philosophie mit den zuvor aus den sprachanalytischen Ansätzen gewonnenen Überlegungen. Beide Traditionslinien werden somit im Sinne einer kritisch-hermeneutischen Sprachphilosophie zusammengeführt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2004
"Seltsam antiquiert" geht es in Albrecht Wellmers Vorlesung über "Sprachphilosophie" zu, meint Manfred Geier, wozu seines Erachtens auch eine gewisse Langsamkeit in der Entfaltung von Wellmers sprachphilosophischen Betrachtungen gehört. Computer, neue Informationstechnologien, das alles spiele in Wellmers Erörterungen keine Rolle, stellt Geier fest. Wellmer selbst habe seinen Vorlesungstext handschriftlich verfasst, und der dialogorientierte Stil scheint ihm mit Wellmers philosophischer Grundhaltung zusammenzupassen, dass "die Sprache erst im Gespräch, also in der Ausübung der Verständigung ihr eigentliches Sein hat", zitiert der Rezensent aus Wellmers Vorlesungsrede. Das hat seinen Charme, bemerkt Geier, bedinge aber auch eine verengte Perspektive. Am interessantesten erscheint ihm Wellmers Auseinandersetzung mit Martin Heideggers Sprachphilosophie und Ludwig Wittgensteins Sprachspieltheorie, gerade weil diese Herren - Wellmer inklusive - den Praxisbezug und die praktische Arbeit lieb(t)en. Am schönsten ist es auch bei Wellmer, gesteht Geier, "wenn gehämmert wird". Je subtiler die Argumente, desto trivialer und praxisnäher seien die Beispiele.
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