Arminius führte die Cherusker gegen die römische Herrschaft in die Schlacht. Widukind kämpfte mit den Sachsen gegen Karl den Großen, Thomas Müntzer und seine Anhänger gegen geistliche Obrigkeit und ständische Ordnung. Vinzenz Fettmilch schließlich protestierte gegen die Misswirtschaft des Frankfurter Stadtrates. Wie viele vor und nach ihnen kämpften diese Rebellen gegen ihre Unterdrücker, für ihre Rechte. Sie standen auf und wehrten sich - wenn auch bisweilen nicht mit dem gewünschten Erfolg. Anhand zahlreicher Beispiele belegt der Kölner Historiker Alain Felkel, dass es in sämtlichen Epochen Aufstände und Rebellionen gab: von der Varusschlacht über den Weberaufstand bis zu Novemberrevolution und Mauerfall. Was er zum Vorschein bringt, sind spannende Episoden verdrängter deutscher Geschichte, Geschichten von Heldentum und Verrat - populärwissenschaftlich erzählt.
Erfreut aber nicht durchgehend zufrieden hat Deniz Yücel dieses Buch zur Kenntnis genommen, dessen Botschaft wie folgt zusammengefasst wird: die Deutschen sind im Gegensatz zum gängigen Klischee ein rebellisches Volk, dessen Geschichte ein "Sammelsurium freiheitsliebender Recken, gesellschaftlicher Utopisten und verwegener Bauernführer" ist. Allerdings fehlt es dem Buch Yücel zufolge ein wenig an diskursiver Systematik, weshalb das präsentierte Rebellentum aus Kritikersicht ein bisschen wie ein kunterbuntes Allerlei daher kommt. Und manches gar recht befremdlich, Alain Felkels Lob der Cherusker oder seine Verkennung des sozialrevolutionären Charakters der Nazis, um nur zwei Beispiele zu nennen. Diese gravierenden Mängel wiegt dann auch das aus Kritikersicht stärkste Kapitel des Buchs über die deutsche Novemberrevolution nicht auf, weshalb diese Imagekorrektur wohl nur ein netter aber letztlich missglückter Versuch bleiben muss.
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