Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2002
Die promovierte Historikerin und Schriftstellerin Marlene Faro, bekannt geworden mit ihrem Roman "Frauen, die Prosecco trinken", hat nun ein Sachbuch über die Geschichte der Frauenheilkunde geschrieben, die leider nicht hält, was sie verspricht, bedauert Claudia Benthien. Zwar könne der Leser hier viele "schockierende Fallgeschichten" über das Leiden von Frauen unter den oft brutalen Behandlungsmethoden von Männern lesen, aber, kritisiert die Rezensentin, die Interpretationen der Autorin fielen weit "hinter das bereits erreichte Niveau" dieser Kulturgeschichte zurück. Hätte Faro die Bücher von Elisabeth Bronfen, Barbara Duden, Thomas Laqueur oder Claudia Honnegger gelesen, hätte sie zur Kenntnis genommen, denkt die Rezensentin, dass im Gender-Diskurs "biologistische Argumentationen" und ein "Wir-Frauen-Pathos" längst "verpönt" sind, auch wenn Benthien vielen Inhalten dieser Publikation durchaus zustimmt. Über dieses Manko, so die Rezensentin, könne leider auch die "aufwendige Gestaltung" des Bandes nicht hinwegtäuschen.
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