Die italienische Geschichte von der Zeit der Ottonen (ab 950) bis zur Gegenwart in einem handlichen Band: Jedes Hauptkapitel wird durch einen knappen Epochenüberblick eingeleitet; die anschließende Darstellung ist in überschaubare Abschnitte untergliedert, die jeweils durch eine chronologische Tabelle eröffnet werden. Stammtafeln und Karten sind in den Band eingestreut; den Abschluss bildet ein kommentiertes Namenregister.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2002
Ein guter Moment für eine moderne italienische Geschichte, findet Rezensent Gustav Seibt, insbesondere auch weil sich derzeit in Italien Historiker "oft brillant" mit dem Problem auseinander setzten, dass sich die italienische Geschichte weniger als die jedes anderen europäischen Landes als Nationalhistorie fassen lässt. Doch die von Wolfgang Altgeld herausgegebene "Kleine italienische Geschichte" ist für Seibt im großen und ganzen eine Enttäuschung. Verwundert zeigt sich Seibt vom Zeitpunkt, mit dem der Band einsetzt: die ottonische Kaiserzeit. Sinnvoller erschiene ihm ein Beginn mit Gregor dem Großen, der der Eigentümlichkeiten der italienischen Geschichte eher gerecht geworden wäre. Auch die Renaissance verblasst nach Seibt in dieser italienischen Geschichte, eine Folge des "engherzigen Politikbegriffs", der dem Band zugrunde liegt. Der "welthistorisch einflussreichste Italiener des Mittelalters", der heilige Franz von Assisi komme erst gar nicht vor. Lobende Worte findet Seibt für die Bibliografien, die Übersichten und Zeittafeln, die das "Nachschlagen und Memorieren leicht machen". Aber diese "praktischen Vorzüge", so der Rezensent abschließend, "können den Eindruck von Gedankenlosigkeit, den der Band erweckt, nicht korrigieren. Er ist nützlich, aber uninteressant, und darum nur halb so nützlich, wie er sein könnte."
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