Adonis

Der Wald der Liebe in uns

Liebesgedichte
Cover: Der Wald der Liebe in uns
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2013
ISBN 9783990270363
Gebunden, 152 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ingeborg Waldinger. Wie ein Strauß stark duftender Blumen stehen diese Gedichte vor uns, die nur ein einziges Thema haben: die Liebe. Die Liebe als Feier der Geliebten, aber auch als rätselhafte Beunruhigung des Liebenden, der zwischen Sehnsucht und Leidenschaft, Zweifel und Gewissheit eine Skala von Empfindungen durchlebt, die den ganzen Reichtum seiner Existenz ausmachen. Immer ist es die Stimme des Liebenden selbst, die wir hören, und die Gegenwärtigkeit der Geliebten, die wir spüren. Mit einer überquellenden Fülle immer neuer Bilder versucht Adonis das Unfassbare zu fassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2013

Der Rezensent Stefan Weidner zollt der Übersetzerin von Adonis' Liebesgedichten in "Der Wald der Liebe in uns", Ingeborg Waldinger, Respekt. Er selbst übersetzt den syrischen Dichter aus dem Arabischen, doch die Originale der vorliegenden Gedichte sind verschollen, und so blieb nichts anderes übrig, als sie aus dem Französischen noch einmal zu übertragen, berichtet Weidner und zeigt sich beeindruckt, wie gut das gelungen ist. Der Leser kann sich auf Alterslyrik im besten Sinne freuen, berichtet der Rezensent, wer bisher aber nur die politisch-religiöse Revolte des Frühwerks kennt, dürfte über dien Ton ein wenig überrascht sein, warnt er. Statt die Religion auf das unhintergehbar Körperliche und Sexuelle zurückzuführen, scheint Adonis in seiner späten Dichtung den Körper mit mystischer Symbolik aufzuladen und gewährt Einblick in seine "zugleich mystische und postnietzscheanische" Weltsicht: "Lasst, o meine Lippen, sie nicht heran, / Lasst die Sprache der Vernunft nicht heran / und du, Glimmfeuer der Verwirrung, wachse dich aus zu Flammen", zitiert Weidner. Der Wald der Liebe lädt zum verirren ein, findet er.
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