Bettina Bach. Aus dem Französischen von Als sie neun ist, spricht ein Mann sie im Hauseingang an und missbraucht sie. Sie schafft es, ihren Eltern davon zu erzählen, sie gehen zur Polizei. Sie lächelt weiterhin, was ist schon passiert, sie wächst in einer privilegierten Familie auf - doch nichts kann die Leere füllen, den Selbsthass betäuben, den sie in sich spürt und mit enormer Energie zu verbergen versucht. Erst als erwachsene Frau bringt sie den Begriff Vergewaltigung mit dem Erlebnis in Verbindung, das sie so perfekt von sich abgekapselt hat und das doch ihr Leben so radikal bestimmt. Und erst jetzt kann der Prozess der Heilung wirklich einsetzen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2019
Beeindruckt ist Rezensentin Sonja Hartl von diesem Buch, in dem die Schauspielerin Adelaide Bon den sexuellen Missbrauch zum Thema macht, dem sie als Kind ausgesetzt war, aber nie verarbeiten konnte. Als Heranwachsende kämpfte Bon mit Ess-Störungen, Beziehungsschwierigkeiten und Drogen, vor allem aber gegen Sprachlosigkeit, was sich für Bon erst als Erwachsene änderte, wie Hartl schreibt. Erfahrung und Analyse findet die Rezensentin in dieser Erzählung sehr eindringlich zusammengeführt.
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