Abhijit V. Banerjee, Esther Duflo

Poor Economics

Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut
Cover: Poor Economics
Albrecht Knaus Verlag, München 2012
ISBN 9783813504934
Gebunden, 384 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Warmuth. Ein unterernährter Mann in Marokko kauft lieber einen Fernseher als mehr Essen. Absurd? Nein. Die Ausnahmeökonomen Esther Duflo und Abhijit V. Banerjee erregen weltweit Aufsehen, weil sie zeigen können: Unser Bild von den Armen ist Klischee. Wir müssen radikal umdenken, wenn wir die Probleme der Ungleichheit lösen wollen. Alle Konzepte für den Kampf gegen Hunger und Armut können nicht greifen, wenn sie auf falschen Annahmen basieren. Esther Duflo und Abhijit V. Banerjee reisen in arme Länder und untersuchen mithilfe von Zufallsexperimenten und Kontrollgruppen, eigentlich einer naturwissenschaftlichen Methode, was gegen Hunger, Armut und Misswirtschaft wirklich hilft und was nicht. Ihre Studien decken reihenweise Widersprüche auf, und die beiden "Lichtgestalten der Wirtschaftswissenschaft" (Wall Street Journal) sorgen international für Kontroversen. Wer von weniger als 1 Euro pro Tag das Beste aus sich machen und für die Familie vorsorgen muss, hat womöglich ganz andere Anreize oder Zwänge, als wir uns vorstellen können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.07.2013

In der Gemeinschaft der Entwicklungshelfer werden Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo für ihr Buch "Poor Economics" schon mächtig gefeiert, weiß Caroline Ischinger. Die Autoren argumentieren darin für eine Entwicklungshilfe der "gut gemeinten Bevormundung", denn sie haben herausgefunden, dass die Leute in armen Ländern genauso ticken wie in den reichen: Statt guter Nahrungsmittel kaufen sie lieber billige, statt Nahrungsmitteln lieber einen Fernseher. Und so wie die Leute bei uns auch keine Rieser-Rente abschließen, gehen die Leute im Süden nicht zur Malaria-Impfung. Banerjee und Duflo plädieren dafür, den Armen also die "richtigen Entscheidungen" zu erleichtern, was Ischinger einleuchtend findet. Schließlich kümmere sich hier auch der Staat um das Wichtigste.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Genau wie Joseph Stiglitz in seinem gerade erschienenen Buch "Der Preis der Ungleichheit" fordern Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo staatliche Interventionen, um den Kapitalismus zu zügeln und die Gerechtigkeit zu stärken, berichtet Rezensent Wolfgang Uchatius. Im Gegensatz zu Stiglitz, der die amerikanischen Arbeitslosen und Niedriglöhner in den Mittelpunkt seiner Untersuchung stelle, interessieren sich die beiden Wirtschaftswissenschaftler in ihrem neuen Buch "Poor Economics" für Landarbeiter in Indien, Hungernde in Äthiopien oder Bauern in Nigeria, so Uchatius. Im Gegensatz zur der großen Anzahl an Büchern zu diesem Thema lieferten Duflo und Banjerlee keine "Patentlösung". Vielmehr versuchten sie in zahlreichen Studien und Untersuchungen auf verschiedenen Kontinenten, "kleine Auswege" zu finden, so der Kritiker, der das Buch mit großem Interesse gelesen hat.
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