Ein geheimnisvolles arabisches Manuskript im ICE Berlin-München, das niemandem zu gehören scheint und worin acht Mal auf verschiedene Weise die Lebensgeschichte desjenigen erzählt wird, der es zufällig findet und liest. Dieses Romandebüt handelt von der Flucht eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß und vor Krieg und Unterdrückung flieht, sich in mehreren Ländern als Hauslehrer, Gelegenheitsarbeiter, Kellner durchschlägt; der vom Unglück verfolgt scheint und doch immer wieder auf wundersame Weise gerettet wird. Auf seiner Reise durch Nordafrika und Europa trifft er viele andere Flüchtlinge aus aller Welt, die wie er auf der Suche nach einem Leben ohne Hunger und Krieg sind und dafür sehr viel opfern. Ihre Stimmen und Schicksale verbinden sich in Khiders Roman zu einem modernen realistischen Märchen.
Als "radikal unsentimentalen Fluchtreport" über die langjährigen und schmerzhaften Versuche eines Irakers, nach Europa zu kommen, hat Rezensentin Ines Kappert diesen Roman gelesen. Das Verführerische daran war für sie besonders die "gute Laune" dieses subtil als Reisebericht angelegten, "autobiografisch eingefärbten" Buches, wobei sie den betont naiven Erzählstil zunächst gewöhnungsbedürftig fand. Doch mache der Autor damit seine Überlebensstrategie deutlich, das Unglaubliche stets nur mit staunendem Achselzucken zur Kenntnis zu nehmen. Die Verhältnisse im Irak oder den durchreisten Ländern werden lediglich schlaglichthaft beschrieben. Auch die Klischees, die den Autor auf Grund seiner Hautfarbe in den meisten Augen zum Inder macht. Khider unterläuft diese Klischees zur Begeisterung der Rezensentin mit großer Leichtigkeit, seine Lakonie lasse kein Mitleid zu, weshalb seine Geschichte sie sehr berührte.
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