Vorgeblättert

Juri Andruchowytsch: Moscoviada

Ausgewählte Leseproben.
31.07.2006. Es ist Anfang der neunziger Jahre. In Moskau - im "fauligen Herzen des halbtoten Imperiums" - ist die Stimmung gereizt und im Wohnheim des Gorki-Instituts für künftige Vertreter der jungen Nationalliteratur ist der Wodka knapp ? Lesen Sie einen Auszug aus dem phantastischen Roman "Moscoviada" des ukrainischen Autors Juri Andruchowytsch.
Juri Andruchowytsch: Moscoviada
Roman
Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006
224 Seiten, gebunden, Euro 22,80

Erscheint am 14. August 2006



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Klappentext:
Otto von F., Literaturstudent aus der Westukraine, lebt in Moskau, dem "fauligen Herzen des halbtoten Imperiums". Im Wohnheim des Gorki-Instituts hocken die poetischen Hoffnungen aus der sowjetischen Provinz aufeinander, künftige Vertreter der jungen Nationalliteraturen, die Gedichte in mittelalterlichem Jiddisch, ukrainische Verspoeme und usbekische Songstrophen verfassen. Es ist Anfang der neunziger Jahre, die Stimmung gereizt, der Wodka knapp ?
An einem nassen Maitag zieht er los, um Geschenke in der "Kinderwelt" zu besorgen, dem Kaufhaus direkt neben dem KGB-Gefängnis Lubjanka. Er verirrt sich in Fluren und Treppenhäusern, landet in den Tunneln der Kanalisation und gerät in die Gewalt von Geheimdienstbeamten, die hier unten ein Rattenheer züchten. Was Otto von F. in den Katakomben unter dem Kreml und auf den Gleisen der geheimen Regierungsmetro widerfährt, das erzählt sein Vergil durch die Hölle Moskaus, Juri Andruchowytsch, mit Sarkasmus und groteskem Witz.


Zum Autor: Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk / Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, studierte in Lemberg und Moskau und lebt nach Aufenthalten in Westeuropa und den USA heute wieder in Iwano-Frankiwsk.
Er debütierte als Lyriker, publizierte Essays und zahlreiche Artikel zu aktuellen Themen. 1985 Mitbegründer der legendären literarischen Performance-Gruppe "Bu-Ba-Bu" (Burlesk-Balagan-Buffonada). Mit seinen drei Romanen "Rekreacij" (1992), "Moskoviada" (1993), "Perverzija" (1999), die ins Polnische und Russische übersetzt wurden, ist er zum Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur geworden. "Mein Europa" (mit Andrzej Stasiuk) erschien 2004 und 2005 der Roman "Zwölf Ringe", für den er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2006 ausgezeichnet wurde.

Zur Übersetzerin: Sabine Stöhr, geboren 1968 in Würzburg, studierte Slawistik, Publizistik und Osteuropäische Geschichte in Mainz, ist unter anderem Autorin des DuMont-Reisetaschenbuchs "Krim" (1994). Sie lebte zwischen 2000 und 2003 in Kiew und übersetzt seitdem aus dem Ukrainischen.

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