Vorgeblättert

Götz Aly: Europa gegen die Juden 1880 - 1945

15.02.2017. In seinem Buch "Europa gegen die Juden 1880 - 1945" stellt Götz Aly den modernen Antisemitismus als grenzüberschreitendes Phänomen dar. Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt er, wie Diskriminierung und Pogrome seit Ende des 19. Jahrhunderts vielerorts dazu beigetragen haben, den Boden für den Völkermord zu bereiten. Wir wählen als "Vorgeblättert" seinen Abschnitt über die Konferenz von Evian 1938 - wo die westlichen Länder über die Aufnahme verfolgte Juden verhandelten. Aly stellt sein Buch nächste Woche in Berlin vor.

Götz Aly: Europa gegen die Juden 1880 - 1945. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag, 2017. 431 Seiten, 26 Euro.

Das Buch erscheint am 23. Februar!

(Buch bestellen bei buecher.de)

Götz Aly spricht am 22. Februar um 19 Uhr im Jüdischen Museum mit Daniel Cohn-Bendit über sein neues Buch. Anmeldung unter Telefon 030/259 93 488 oder reservierung@jmberlin.de .

Leseprobe.

Verlagstext: In seiner neuen, großen Gesamtdarstellung "Europa gegen die Juden 1880-1945" zeigt Historiker Götz Aly, dass der Holocaust nicht allein aus der deutschen Geschichte heraus erklärbar ist. Sowohl in West- als auch in Osteuropa hatten Antisemitismus und Judenfeindschaft seit 1880 sprunghaft zugenommen - angetrieben von Nationalismus und sozialen Krisen. Erstmals stellt Götz Aly hier den modernen Antisemitismus als grenzüberschreitendes Phänomen dar. Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt er, wie Rivalität und Neid, Diskriminierung und Pogrome seit Ende des 19. Jahrhunderts vielerorts dazu beigetragen haben, den Boden für Deportationen und Völkermord zu bereiten. Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten die nationalsozialistischen Besatzer schließlich sechs Millionen Juden, die meisten in Osteuropa, teils unter Mithilfe lokaler Polizei und Behörden. Mit seinem gesamteuropäischen Blick ermöglicht Götz Aly ein neues, umfassendes Verständnis des Holocaust.

Zum Autor: Götz Aly ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die taz, die Berliner Zeitung und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Zuletzt veröffentlichte er bei S. Fischer 2011 "Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933" sowie 2013 "Die Belasteten. 'Euthanasie' 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte". Götz Aly im Perlentaucher.

Leseprobe: Abschnitt "Évian: Wohin mit den Juden?" aus dem Kapitel "Vertreiben und Deportieren 1938 - 1945"