Nicht beeindruckt von den Deutschen: Anna Magnani in Rosselinis "Roma, città aperta"
Welt-Autor Thomas Schmid schreibt aus Anlass der Buchmesse, deren Gastland bekanntlich Italien ist, in seinem Blog einen sehr kenntnisreichen und anregenden, wenn auch nicht ganz zum Punkt kommenden Artikel über das komplizierte Verhältnis Faschismus und Antifaschismus in der italienischen Nachkriegszeit. Viele bekannte Künstler waren erst das eine und dann das andere, ohne dass man sie mit dieser Erkenntnis einfach abtun könnte. Recht böse urteilt Schmid aber über Roberto Rossellini, der seine Karriere unter Mussolini mit Propagandafilmen begann und nach dem Krieg dann mit "Roma, città aperta" als einer der ersten den Mythos des Antifaschismus schmiedete: "Da gibt es auf der einen Seite die heile Welt des Widerstands, in der Kommunisten, Sozialisten, Monarchisten und Katholiken einträchtig und alle Differenzen überwindend gegen die Deutschen kämpfen. Und auf der anderen Seite die barbarischen Deutschen, die foltern und morden. Und Zweifel in den eigenen Reihen unterbinden. Klar geschieden gibt es die Bösen und die Guten, die Identifikation ist ganz einfach. Und die Botschaft auch: Im Widerstand konstituiert sich das neue, den Unrat der Vergangenheit abstoßende Italien. Der Film idealisiert und überhöht die Resistenza, die zwar am Sieg über die Deutschen beteiligt war, aber keineswegs führend. Und sie zeichnet ein postfaschistisches gesellschaftliches Stillleben, das mit der Realität wenig zu tun hat. Auf seine Weise ist auch 'Roma città aperta' ein propagandistischer Kitschfilm."
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