Eindeutig interessanteste lateinamerikanische Kulturbeilage dieser Woche ist Radar, die zusammen mit der Tageszeitung
Pagina 12 in Buenos Aires erscheint. Darin ein bislang unveröffentlichtes Interview mit
Jorge Luis Borges (mehr
hier) über den Tod. "Ich werde sterben und ich werde nicht mehr sein, und was kann ich mir
mehr wünschen als das, was kann es angenehmeres geben
als den Tod, der doch so dem vielleicht
Angenehmsten im Leben ähnelt,
dem Traum",
sagte der altehrwürdige Dichter seiner Interviewerin Liliana Hecker. Das war 1980, sechs Jahre vor seinem Tod. Heckers Gesprächsband "Dialoge über das Leben und den Tod" wurde schon damals gedruckt, aber nie ausgeliefert, weil der Verleger Pleite ging.
Außerdem
erinnert Maria Gainza an den argentinischen Künstler
Federico Peralta Ramos, "eine Art
lokaler Marcel Duchamp, der die Möglichkeiten der Konzeptkunst erahnte, Jahre bevor sie Form anzunehmen begann" und auch nicht davor zurückschreckte, seine
Bilder zu zersägen, um sie durch die Tür einer Galerie bugsieren. Das Museum für Moderne Kunst in Buenos Aires widmet ihm derzeit eine
Retrospektive. In einem weiteren Text
freut sich Rodrigo Fresan, dass der todkranke Rockmusiker
Warren Zevon noch ein Album aufgenommen hat, "The Wind". Fresan ist in Deutschland weitgehend unbekannt und noch nicht übersetzt, im spanischsprachigen Raum jedoch gilt der Autor von "Historia Argentina" und "La velocidad de las cosas" als eines der großen Nachwuchstalente.