Persuasion ist ein Magazin oder eher ein Newsletter, der von
Yascha Mounk gegründet wurde, um eine liberale Gegenposition zu den dominierenden Social-Justice-Theorien zu ermöglichen (mehr
hier). Der Musiker und Aktivist
John Wood Jr. legt einen
sehr lesenswerten Essay über das gewaltlose
Erbe Martin Luther Kings vor, das im Zeichen von "Black Lives Matter" und der Social-Justice-Bewegung heute in Vergessenheit gerate: "Trotz des Kults um Kings Andenken sind seine Grundsätze aus dem Mainstream des amerikanischen Diskurses verschwunden." King war es aber, so Wood, der
Veränderung brachte: gewaltfrei und universalistisch musste er schon argumentieren, weil er
ein Bündnis brauchte, um Mehrheiten zu erreichen. Nur so sei der Aufstieg der schwarzen amerikanischen Mittelklasse möglich geworden: "Die Breite dieser Unterstützung stand im Gegensatz zu den
aggressiveren Bewegungen, die mit seinem Ansatz konkurrierten. Und doch sind es diese Bewegungen, aus denen sich der heutige Social-Justice-Aktivismus herleitet. Das schrille Echo von '
Black Power' klingt im heutigen Aktivismus laut nach. Malcolm X und
Stokely Carmichael werden als die Rollenmodelle im heutigen Kampf um die Freiheit der Schwarzen hochgehalten.
Angela Davis bleibt eine Schutzpatronin der heutigen Social-Justice-Arbeit." Seinen Widerspruch artikuliert Wood mit einem Satz des Publizisten
Thomas Chatterton-Williams: "Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein so scharfer Fokus auf Differenzen sie jemals überwinden soll."