Ein Aufbruch zu etwas Neuem steht an. Die Wohnung wird ausgeräumt und entrümpelt, nur die wirklich unentbehrlichen Dinge werden von der Erzählerin behalten: der Schreibtisch, die Füllersammlung, der alte und neue Schreibstuhl, ein paar schwarze Stühle, etwas Geschirr. Im fast leeren Raum werden sie samt ihrer Geschichte wieder neu sichtbar. Die Flucht der drei hintereinanderliegenden leeren Zimmer wird zum Wohnzimmertheater: Publikumsraum, Bühne, Backstage. Bald soll hier Theater gespielt werden. Kurze Szenen mit unterschiedlichen Charakteren werden geplant und geprobt, Szenen, die den Schauspielern auf der Bühne Raum zur Improvisation lassen. Relativ spontanes freies Theater nennt die Erzählerin diese offene Form. Die Schauspieler üben, wie spontanes Spiel natürlich und kunstvoll wirken kann, jenseits von übertriebener Gestik und Stimmführung. Und dann ist er da, der Tag der Premiere.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2020
Manuela Reichart unterhält sich gut mit Zsusanna Gahses nur schwer einer bestimmten Gattung zuzuordnendem Text. Wie Gahse von einem alten Ehepaar erzählt, das seine Wohnung räumen muss und nun mit Fragen des Abschieds und der Erinnerung konfrontiert ist, aber auch mit einem Neubeginn, das scheint Reichart zwischen Fantastik und Realismus zu schwanken. Woran hängt das Herz? Der Frage geht der Band auf wunderbare, mal surreale, mal komische Weise nach, erklärt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2019
Tilman Spreckelsen bewundert, wie Zsuzsanne Gahse in ihrem Roman von der Verwandlung eines Paarlebens erzählt. Das Leeren einer Wohnung führt im Buch laut Spreckelsen zum Sichten des Angehäuften wie zum Abstoßen und Neubeginnen - ein Thema der Autorin auch in ihren anderen Büchern, weiß Spreckelsen. Vor allem Gahses Sprache, die laut Rezensent das Beschriebene mit "ruhiger Sicherheit" zum Leuchten bringt, scheint Spreckelsen gefangen zu nehmen, auch oder gerade weil die Autorin damit die romantische Tradition der Materialisierung flüchtiger Dinge betreibt, wie der Rezensent feststellt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…