Das zeitgenössische Theater zeichnet sich durch eine Vielzahl von Schauspielstilen aus. Der Grenzübertritt zwischen Theater, Performance, Tanz, bildender Kunst und der Arbeit mit neuen Medien scheint alltäglich zu sein. Dieser Band nimmt eine Bestandsaufnahme der aktuellen Tendenzen vor und stellt dabei die schauspielerische Arbeit ins Zentrum der Auseinandersetzung. Schauspieler/-innen geben über ihre Erfahrungen Auskunft und treten mit Wissenschaftlern und Kritikern in einen Austausch darüber, was es bedeutet, allabendlich Fiktionen und Phantasmen einen Körper und eine Stimme zu geben. Schauspielen wird so als ein Prozess der permanenten Selbst- und Neuerschaffung vor Publikum begreifbar, der die Ästhetik des Gegenwartstheaters nachhaltig prägt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.07.2011
Die von ihm konstatierte Orientierungslosigkeit des Theaters erklärt sich der Kritiker Peter Michalzik zum großen Teil mit der herrschenden Unklarheit über die Rolle und das Wesen des Schauspielers. Deshalb begrüßt er nachdrücklich zwei Bücher, die ein Nachdenken über das Schauspiel einläuten könnten. Der von Jens Roselt und Christel Weiler herausgegebene Sammelband betrachte Theater grundsätzlich vom Schauspiel her, erklärt Michaelzik, wobei die Betonung auf dem theoretisch nicht abgesicherten Spiel liege. Den "Hauptinspirator" für dieses Buch erkennt Michalzik in Rene Pollesch, meint damit aber vielleicht "ex negativo", so ganz wird das nicht klar. Pollesch sind jedenfalls drei Aufsätze versammelt und auch in anderen Texten distanzieren sich Schauspieler von seinem Extrem-Nichtspiel.
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