Zakhar Prilepin

Sankya

Roman
Cover: Sankya
Matthes und Seitz, Berlin 2012
ISBN 9783882215793
Gebunden, 364 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Erich Klein und Susanne Macht. Sankya, der jugendliche Held dieser mitreißenden Geschichte von Revolte, Liebe und Verrat, ist Mitglied einer militanten regimekritischen Gruppierung. Nach heftigen Krawallen in Moskau ist ihm die Sicherheitspolizei auf der Spur. Er flieht aufs Land und lebt vom spärlichen Gehalt der Mutter, die unter schlechtesten Bedingungen in einer Fabrik arbeitet und dem Leben ihres Sohnes völlig verständnislos gegenübersteht. Bald glaubt Sankya sich sicher und nimmt wieder Kontakt mit seiner Freundin auf, doch er gerät in einen Hinterhalt und wird verhaftet. Im Gefängnis wird er Opfer von Folter und Erniedrigung. Was Spiel war, ist plötzlich blutiger Ernst. Prilepin, der mit diesem sozialrealistischen Roman an Gorkis "Mutter" anknüpft, kritisiert bestehende Verhältnisse und zeigt drastisch die Dynamik der politischen Radikalisierung und die fatalen Folgen von Gewalt

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2012

Gegen das Regime kämpft der Autor nach Informationen der Rezensentin nurmehr mit der Tastatur. Zakhar Prilepins wilde Vergangenheit bürgt aber für ausreichend Zündstoff in diesem Buch um einen jungen Partisanen mit Verbindungen zur Partei "Sojus Sosidajuschtschich", findet Judith Leister. Der Roman, in Russland wegen seiner energiegeladenen Authentizität seit 2006 Kult, wie Leister berichtet, kommt der Rezensentin zwar recht männlich krawallig und ausgerichtet auf die gesellschaftliche Tat vor. Zwischendurch entdeckt die Rezensentin aber auch leise Töne. Etwa wenn Prilepin das Ideal der funktionierenden dörflichen Gemeinschaft schildert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2012

Als "politisches Ärgernis", aber sehr fasziniert hat Ulrich M. Schmid diesen Roman des russischen Autors Zakhar Prilepins gelesen, den er als rabiaten Nationalbolschewisten, Tschetschenienkämpfer und Omon-Schläger einführt und dem er trotzdem eine gewisse Achtung nicht versagen will. Kein Wunder, meint Schmid, dass es zehn Jahre gedauert hat, bis ein deutscher Verlag dieses Buch herausgibt (Matthes und Seitz tut es praktischerweise zeitgleich mit Emanuel Carrères Buch über den Obernationalbolschewisten Limonow). Was den Rezensenten so gefesselt hat an dieser Geschichte des jungen Politaktivisten Sankya, ist die Sprachmacht des Autors: Hier prügelt nicht einfach ein Vandale drauflos, sondern weiß das ganze romantisch und philosophisch zu unterfüttern. Schmid fühlt sich von Sankyas selbstzerstörerischer Logik an die Romane Dostojewskis erinnert, der ja schließlich auch ein chauvinistischer Antisemit sei, weswegen "moralische Standards für Literatur" in Schmids Augen ins Leere laufen. Über jeden Zweifel erhaben ist seiner Ansicht nach die Übersetzung von Erich Klein und Susanne Macht.
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