Aus dem Russischen von Andreas Tretner. Es begann in der literarischen Dissidentenszene im Moskau der siebziger Jahre mit großen Illusionen. Sie alle waren jung, verliebt und voller Hoffnung. Was ist aus ihnen geworden und was von ihren Träumen nach dreißig Jahren übriggeblieben? Ein großer Dichter wollte Lew werden, das wollten sie damals alle, die in den siebziger Jahren in den Poetenkeller kamen und sich gegenseitig ihre Gedichte vortrugen. Heute, fast fünfzigjährig, blickt er zurück. Sein Leben hat immer zwei Planeten umkreist. Der eine war seine große Liebe Anja, die jedoch einen seiner Freunde geheiratet hat. Der andere war sein großes Vorbild, der Dichter und Dissident Tschigraschow...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2007
Der Rezensent Ulrich M. Schmid zeigt sich angetan von Sergej Gandlewskis fein ironischem Roman über die Szene der russischen Dichter-Dissidenten und deren Neigung, ihren gemeinsamen literarischen Lektürehintergrund für realer zu halten als die Drangsalierung durch den sowjetischen Machtapparat. Amüsiert hat den Rezensenten dabei, dass bei den literarischen Präferenzen der Dissidenten keineswegs bunte Anarchie herrscht, sondern ganz im Gegenteil ein "fester Kanon" gilt. Mit seiner Aufdeckung der "geheimen Hierarchie des Untergrund-Literaturbetriebs", so das Fazit des Rezensenten, gelinge Gandlewski eine "witzige Allegorie auf die Mythen, Stilisierungen und Selbstbespiegelungen der russischen Autoren".
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