Piotr Silaev

Exodus

Cover: Exodus
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2013
ISBN 9783882210712
Broschiert, 136 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Friederike Meltendorf. Exodus ist der authentische Entwicklungsroman eines Aussteigers vom Rand der Gesellschaft. Allgegenwärtiges Elend, absolute Perspektivlosigkeit und Wut prägen von Kindheit an die Umgebung des Erzählers. Er antwortet darauf mit roher Gewalt: Keine Schlägerei, kein Straßenkampf ist ihm zu blutig oder zu sinnlos, er hängt weder am Leben noch glaubt er an irgendwelche Werte. Doch mit diesem drastischen Buch, das zunächst im Samisdat erschien, findet er eine Sprache für den Krieg an der Peripherie der Großstädte. Schreibend macht sich Piotr Silaev, alias DJ Stalingrad, Angehöriger der roten Skinheadszene, Anarchist und Antifaschist mit philologischer Hochschulbildung, auf die Suche nach einer höheren Wahrheit, die uns alle angeht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2013

Ulrich M. Schmid kommt nicht unversehrt aus der Lektüre von Piotr Silajews  alias DJ Stalingrads Roman "Exodus". Die Genrebezeichnung möchte Schmid noch einmal überdenken, immerhin lösen sich altbekannte Muster in diesem Text auf. Handlung, Orientierung? Gibt es nicht, meint Schmid, dafür Flashs, die dem Rezensenten postsowjetische Betonkeller-Tristesse, rohe Gewalt und Exkremente kredenzen. Den narbenübersäten Autor hält Schmid allerdings für einen intellektuellen Partisanen vom Kaliber Kafkas  beziehungsweise eine Art postmodernen Schmerzensmann. Nicht nur die religiöse Komponente des Textes reizt den Rezensenten zum Widerspruch. Das Buch hat ihn erschüttert und nachdenklich gemacht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2013

Zutiefst moralisch findet Felix Stephan diesen Roman des Piotr Silaev alias . Das Buch ist für ihn ein Poproman, der sich zwar nicht um Politik schert, aber in den sich zu Tode prügelnden Moskauer Skins und ihren Blutfehden starke Metaphern für die Erbsünde des Menschen findet, wie Stepahn meint. Ein bisschen Remarque, ein bisschen Houllebecq und etwas Ernst Jünger - das sind laut Stephan die Zutaten, aus denen der Autor seine Geschichte strickt. Dass der 2008 verfasste Roman in Russland als radikal neu bewertet wurde, scheint dem Rezensenten allerdings übertrieben. Für ihn ist Silaev im Leben zwar ein antifaschistischer Straßenkämpfer, als Romanautor aber hält er ihn für einen "orthodoxen Ästhetizisten".
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