Die Gedichte von Zafer Senocak, einem breiten Publikum bekannt durch seine Essays und Prosawerke, wurden bislang in elf Sprachen übersetzt. "Übergang" bringt nun eine repräsentative Auswahl aus seinem bisherigen Schaffen. 132 Gedichte, aus einem Vierteljahrhundert. Sichtbar wird die Entwicklung von Themen und Stilen zu einem immer lakonischeren Ton, der inzwischen die Lyrik Senocaks prägt. Dichtung auch verstanden als Übersetzung zwischen dem Osmanischen Diwan und den Schreibweisen der europäischen Moderne, zwischen islamisch mystischer Tradition und dem Erbe der Aufklärung. Gedichte, die ein "Zurück zur Poesie" einfordern, mal kontemplativ, mal irritierend, mit einer Bildersprache die fremd und zugleich vertraut erscheint. Eine unverwechselbare Stimme in der gegenwärtigen deutschsprachigen Lyrik, die einlädt auf die "Wortschatzinsel".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2006
Erfreut begrüßt Monika Carbe diese Auswahl von Gedichten Zafer Senocaks aus den Jahren 1980 bis 2005. Sie versteht das poetische Werk des in Istanbul und München aufgewachsenen Schriftstellers als Versuch, Orient und Okzident zusammenzuführen. So findet sie in Senocaks Poetik eine ironisch gebrochene Verbindung der modernen Forderung poetischer Verknappung und zugleich der Anbindung an die Tradition der orientalischen Diwan-Poesie. Die Verknüpfung beider Pole bei Senocak erscheint Carbe gelungen und überaus "raffiniert". Positiv vermerkt sie über vorliegenden Auswahl, dass sich darin neben neuen auch zahlreiche Gedichte aus früheren Bänden finden, die heute allesamt vergriffen sind. So ermöglicht der Band nach Ansicht der Rezensentin einen aufschlussreichen Blick über die lyrische Entwicklung Senocaks.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…