Aus dem Englischen von Kevin Perryman. Eine zweisprachige Auswahl aus dem Werk des großen walisischen Dichters R.S. Thomas (1913-2000). 1996 erhielt er den Horst Bienek Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2009
Freudig begrüßt Rezensent Harald Hartung diesen Band mit Gedichten von R.S. Thomas, scheint ihm der im Jahr 2000 verstorbene Dichter hierzulande doch immer noch "zu wenig" bekannt zu sein. Er schätzt Thomas jedenfalls als einen der "großen englischsprachigen Lyriker", einen, den er der langen Tradition der "metaphysical poets" zurechnet. Der Band "Steinzwitschern" liest sich für ihn wie die "Bilanz eines Lebens". Die Suche nach Glück, nach Liebe, nach Gott nennt er als einige der wichtigen Themen darin. Auch manche Zeitkritik findet Hartung in dem Band, vor allem an der Moderne und am Kapitalismus, die er als "bemerkenswert aktuelle Polemik" einstuft. Doch sind es nicht diese zeitkritischen Gedichte, die ihn faszinieren. Was ihn anzieht an Thomas' Gedichten, ist der "spröde Reiz einer Poesie, die unablässig auf der Suche ist, ohne das Heil auszuschließen".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2009
Ein wenig gegen den Zeitgeist sieht Rezensentin Angela Schader den Kleinverleger und Übersetzer Kevin Perryman arbeiten, der nun den dritten Gedichtband des walisischen Geistlichen und Lyrikers R. S. Thomas vorgelegt hat. Sei doch der Dichter, der sich in seiner Weltsicht zur Moderne quer stelle und sich in seinem Werk vielfach auf Gott beziehe, kaum als zeitgemäß anzusehen. Und da die Anrufungen an Gott kaum beantwortet werden, nehmen das Schweigen und die Stille einen großen Echoraum in Thomas' Gedichten ein. "Unzweifelhaft modern" findet Schader dagegen die "schlackenlose Sprache" des Lyrikers, deren "ruhiger Fluss" durch Kevin Perryman "textnah" und doch "elegant" übertragen worden sei. Perryman hat die Gedichte lose nach thematischen Schwerpunkten angeordnet, berichtet Schader, und so finden sich neben religiösen Gedichten auch Liebesgedichte, Naturgedichte und Architekturbetrachtungen, deren "herber, eigenwilliger und ungewöhnlicher Stimme" Schader offenbar gerne gelauscht hat.
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