Zweisprachige Ausgabe. Übersetzt und mit einem Nachwort von Kevin Perryman.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2003
Wales war R.S. Thomas' Herkunfts- und Herzenslandschaft, erklärt Angela Schader, dennoch habe der Dichter aus einer Art Respekt vor dem Idiom sich in seinen Gedichten nie des Walisischen bedient, da er selbst aus dem englischsprachigen Cardiff stammte. Das angelernte Walisisch gebrauchte er ausschließlich in autobiografischen Prosatexten, so Schader, wo Thomas oft nur in der dritten Person über sich sprach - ein seltsames "Nicht-bei-sich-Sein" merkt die Rezensentin an. Das Englisch seiner Gedichte sei überhaupt sehr karg und nüchtern, was die Hintergründigkeit der scheinbar so geradlinigen Gedanken um so irritierender mache, bemerkt Schader. Der vorliegende zweisprachige Band, von Kevin Perryman zusammengestellt und übersetzt, ist lose thematisch sortiert; die deutschen Übertragungen verlangen vom deutscher Leser etwas mehr an Interpretationsleistung als das Original, vermutet Schader. Eine Herausforderung, der sie sich gerne unterzogen hat und die zu neuen Einsichten führt wie etwa, dass Thomas, der als Technikfeind und Fortschrittskritiker gilt, teilweise recht originelle Gedanken zu diesem Thema entwickelt habe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Hans-Peter Kunisch zitiert in seiner Rezension ausgiebig und begeistert auf deutsch wie auf englisch aus dieser zweisprachigen Ausgabe mit Gedichten des englisch-walisischen Lyrikers. Er betont, dass Thomas "zu Recht" mit englischen Dichtern wie T. S. Eliot und Yeats auf eine Stufe gestellt wird, und er preist die Gedichte dafür, "nie abgelebt" zu wirken. Nach Ansicht des Rezensenten entsteht die "Grundspannung" der Texte vor allem aus der spürbaren "Abwesenheit Gottes", und er betont, dass bei Thomas, der als Landpfarrer in Wales arbeitete, nirgends ein "anheimelnd-idyllischer Glauben" zu finden ist. Kunisch lobt die "nie nachlassende Energie" der Gedichte und bemerkt bewundernd, dass sie selbst den direkten Zugriff auf die Gegenwart vertragen, ohne an Wirkung zu verlieren, wie er anhand eines sozialkritischen Gedichts untermauert.
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