Michael Klein untersucht das Verhältnis des Protestantismus zu den politischen Parteien in Westdeutschland von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Ende der Kanzlerschaft Konrad Adenauers. Dabei nimmt er auch die Vorgeschichte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Blick und zeichnet ein kritisches Profil des Arrangements des Protestantismus mit der parlamentarischen Demokratie nach 1945. Der parteipolitische Beitrag von Protestanten findet auf dem Hintergrund der Entwicklungen in CDU/CSU, SPD, FDP, GVP und DP seine Darstellung. Insbesondere werden das nicht unumstrittene Projekt einer interkonfessionellen Partei in der Union und die mühsame Annäherung der Sozialdemokratie an die Kirchen sowie in diesem Zusammenhang auch der politische Weg von Gustav Heinemann, Hermann Ehlers, Heinrich Albertz u.a. kritisch beleuchtet. Der Autor untersucht abschließend auf dem Hintergrund der innerevangelischen Spannungen zwischen dem bruderrätlichen Lager um Martin Niemöller und den konfessionellen Lutheranern das Verhältnis der Evangelischen Kirche und Theologie zu den politischen Parteien in diesem Zeitraum.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2006
Michael Kleins Studie über den westdeutschen Protestantismus und dessen Verhältnis zu den politischen Parteien in der Nachkriegszeit und während der Adenauer-Ära hat Josef Foschepoth rundum überzeugt. Der Autor kann seines Erachtens zeigen, dass der Protestantismus in den Jahren 1945 bis 1963 in unterschiedliche politische Strömungen zersplittert war, während der Katholizismus geschlossen auftrat, in der CDU eine politische Heimat gefunden hatte und die politische Szenerie dominierte. Kleins Erklärung dieses Umstands mit der Prägung des Protestantismus durch politische Romantik und Anti-Parteien-Mentalität, die ihre Wurzeln im 19.Jahrhundert haben, erscheint Foschepoth überaus fundiert.
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