Der Ettersberg über Weimar, jener Berg "im Spannungsfeld zwischen Goethe und Buchenwald", steht im Mittelpunkt des Interesses von Wulf Kirsten und dem Fotografen Harald Wenzel-Orf. Ausgehend von baulichen Relikten der Geschichte innerhalb der Weimarer Landschaft und von Originaldokumenten quer durch die Zeiten zeigt Wulf Kirsten im Textteil historische Zusammenhänge auf. Wie konnte sich jener Berg vom beliebten Ausflugsziel der Klassiker wie für die bürgerliche Familie zu einem Ort der Vernichtung und zum Mahnmal für die deprimierende Geschichte von Verfolgung, Krieg und Militär entwickeln? Kirstens Quellen finden sich beim Goethe-Begleiter Eckermann, der Weimarer Tagespresse vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zur Bedienungsanleitung für den Verbrennungsofen des Konzentrationslagers Buchenwald. Die Fotos von Wenzel-Orf zeigen die unterschiedlichen Gesichter dieses beladenen Orts der Deutschen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.09.2003
Als einen "kosmopolitischen Heimatforscher" führt Hans Christoph Buch den Autor Wulf Kirsten ein, dem jeglicher Blut-und-Boden-Geruch abgehe. In diesem Band geht Kirsten der von Nationalsozialisten und Kommunisten gleichermaßen verdrängten Geschichte Buchenwalds nach, von Goethes Kutschfahrten auf den Ettersberg über Jorge Semprun bis zum sowjetischen Speziallager, was Buch als beklemmend und befreiend zugleich empfunden hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2003
Angelika Overath ist von diesem Buch mit Texten über den Weimarer Ettersberg, besser unter dem Namen Buchenwald bekannt, ziemlich Beeindruckt. Der Band versucht die verschiedenen Schichten seiner Geschichte freizulegen. Wo die Fotografien notwendigerweise an der "Oberfläche" bleiben müssen und bestenfalls auf "Fragmente" der Vergangenheit hinweisen können, stehe dem Autor der ganze "Fundus der Überlieferung" offen, so Overath fasziniert. Sie lobt die "sensible Korrespondenz" zwischen den Texten und den Fotos und preist den Band als sehr "eindrücklich". Dabei sei das Buch nicht nur ein Dokument der wechselvollen Geschichte eines Ortes, die vom Ausflugsziel Goethes bis zum Konzentrationslager der Nazis reiche, sondern zeige zugleich - wie eine "kleine Schule des Sehens" - die Möglichkeiten, Geschichte sichtbar zu machen, so die Rezensentin beeindruckt.
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