Der erste deutsche Nationalstaat: Geboren im Kriege, verantwortlich für zwei Weltkriege, untergegangen im Kriege. Eine Geschichte der Gewalt. Der Historiker und Friedensforscher Wolfram Wette stellt sich dem Problem, welche Lehren "die Deutschen" aus den Kriegen gezogen haben. Er sieht zwei konkurrierende Richtungen: eine kriegerische und eine pazifistische. Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten steht die Frage, was aus der deutschen Geschichte gelernt wurde, wieder auf der Tagesordnung. Die große Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen eine militärisch instrumentierte Machtpolitik aus, die zudem einhergeht mit einer neu eingerichteten Militärjustiz, Militäreinsätzen im Innern und mit ungebremsten Waffenexporten. Die Gewaltabsage großer Teile der Bevölkerung drückt aus, so Wette, welche Lehren aus dem Scheitern der deutschen Politik seit 1945 zu ziehen sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2018
Joachim Käppner lernt das Misstrauen der deutschen Zivilgesellschaft gegen das Militär als historische Errungenschaft kennen mit dem Buch des Militärhistorikers Wolfram Wette. Als kritischer Geist erweist sich der Autor laut Käppner einmal mehr, indem er sehr persönlich und mit viel Sympathie vergessene Gegner des Militarismus würdigt, Hans Paasche oder Friedrich Wilhelm Foerster etwa. Wenn der Autor von hier aus die Gegenwart in den Blick nimmt und die Diskussion um Krieg und Frieden und Auslandseinsätze anregt, kann Käppner nur zustimmen. Ein lesenswertes Buch, findet er.
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