Friedensgutachten 2016

Cover: Friedensgutachten 2016
LIT Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783643133700
Kartoniert, 290 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Im Auftrag der fünf deutschen Friedensforschungsinstitute herausgegeben von Margret Johannsen, Bruno Schoch, Max M. Mutschler, Corinna Hauswedell und Jochen Hippler. Die Flüchtlingsthematik spaltet Europa und die deutsche Gesellschaft. Großer Hilfsbereitschaft und Solidarität stehen wachsende Fremdenfeindlichkeit und nationalistische Abschottung gegenüber. Ist der Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts nur in guten Zeiten und nur für die Bürgerinnen und Bürger der EU da? Wir untersuchen die Defizite europäischer Einwanderungspolitik und die Gefährdungen für das Friedensprojekt Europa. Krieg und Bürgerkrieg, Repression und Terror, Staatsversagen und soziale Perspektivlosigkeit treiben Millionen Verzweifelte dazu, woanders eine bessere Zukunft zu suchen. Viele hatten zunächst in den Nachbarstaaten Zuflucht gefunden. Den gefährlichen Weg nach Europa wagen sie, weil ein Ende der Gewalt zu Hause nicht in Sicht ist, die Hilfsmittel der UNO gekürzt wurden und die Lebensverhältnisse in Europa Hoffnung verheißen. Wie kann Europa Humanität gewährleisten und seiner Mitverantwortung für die Fluchtursachen gerecht werden?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2017

Hans Ehlert findet das von Margret Johannsen, Bruno Schoch, Max M. Mutschler, Corinna Hauswedell und Jochen Hippler herausgegebene Friedensgutachten 2016 überzeugend. Die enthaltenen 16 Einzelanalysen, erklärt Ehlert, richten den Blick auf die Fluchtursachen, wie die Gewaltkonflikte im Nahen und Mittleren Osten und den Klimawandel, sowie auf die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Die Rolle Deutschlands bei der militärischen Ausbildung und bei Waffengeschäften wird nicht ausgespart, sondern kritisch hinterfragt, stellt Ehlert fest. Ebenso kritisch betrachten die Beiträge die deutsche Flüchtlingspolitik. Dass sie zugleich eine gerechtere Welthandelsordnung und ein verbessertes Integrationsgesetz fordern, mag idealistisch klingen, meint Ehlert, legt den Finger jedoch auf die Wunde.