Viele Krisenregionen der Welt schaffen es nicht, ihre tief verwurzelten Gewaltstrukturen zu überwinden. Demokratisierung und Entwicklung sind blockiert. Die Staaten versagen bei der Aufgabe, ihren Bürgern Sicherheit und Wohlstand zu garantieren. Welches sind die Gründe? Gibt es Auswege? Neben grundsätzlicheren Beiträgen enthält der Sammelband auch Artikel zu ausgewählten Beispielen: der Krisenregion Südlicher Kaukasus, dem Konfliktsystem Zentralamerika und dem Horn von Afrika.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.08.2002
Gottfried Oy ist sehr unzufrieden mit diesem von Tobias Debiel herausgegebenen Sammelband über aktuelle Friedens- und Konfliktforschung. Auch wenn der Band "wichtige Informationen" über Konflikte enthält, die seit dem 11. September in den Hintergrund geraten sind, bleiben die Autoren in ihrer Vorstellung von Lösungen für "latente" Kriege in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika dennoch im "Allgemein-Banalen", ärgert sich der Rezensent. So machen sie eine "Autoritätskrise staatlicher Institutionen" für die Entstehung von "Gewaltmärkten" verantwortlich, was für den Rezensenten viel zu kurz gegriffen ist. Interdependenzen zwischen Krisenregionen, Industriestaaten und transnationalen Unternehmen werden hier "leider" gar nicht thematisiert, schimpft Oy, auch setzten die Autoren ein bisschen zu viel Hoffnung in Kreditgeber und Investoren, die nach Ansicht des Rezensenten oft genug an dem Aufbau einer funktionierenden Demokratie recht wenig interessiert sind. "Griffig", aber "nichts sagend", fährt der Rezensent fort, präsentieren die Autoren auch Ziele der gegenwärtigen Friedens- und Entwicklungspolitik. Offenbar kein Buch, das man gelesen haben muss.
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