Wolfgang Kraushaar

Die blinden Flecken der RAF

Cover: Die blinden Flecken der RAF
Klett-Cotta Verlag, Suttgart 2017
ISBN 9783608981407
Gebunden, 423 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Der Deutsche Herbst im Jahre 1977 bildet die düsterste Epoche der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Wolfgang Kraushaar, der beste Kenner dieser Zeit, wirft neue Fragen auf und gibt neue Antworten. Terrorismus tritt uns heute als Phänomen der unmittelbaren Gegenwart entgegen. Doch schon einmal hat Terror die Bundesrepublik in Atem gehalten. Die Greueltaten der RAF haben im Herbst 1977 mit der Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer und der Entführung des Flugzeugs "Landshut" ihren Höhepunkt erreicht. Doch die Gewalt der RAF hat ihre Vorgeschichte in der Frühphase der scheinbar eher harmlosen 68er-Bewegung. Ihre Protagonisten, die sich als anti-bürgerliche Heroen stilisierten, sind zugleich tief verwurzelt im deutschen Nachkriegsbürgertum. Weit über die rätselhafte Todesnacht von Stammheim, in der sich das Führungstrio Baader, Ensslin und Raspe selbst tötete, agierte die RAF bis tief in die 1990er-Jahre und führt sogar bis heute ein Nachleben. Von der Vorgeschichte, den entscheidenden Ereignissen, den ideologischen Grundlagen bis zu den Folgen des Terrors der RAF.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2017

Von Wolfgang Kraushaar wünscht sich Christopher Dowe eine Gesamtgeschichte des Linksterrorismus in der Bundesrepublik, konsequent historisierend und kontextualisierend verfasst. Bis es soweit ist, muss sich der Rezensent mit Kraushaars gesammelten Texten zur RAF zufriedengeben. Und er macht das gerne, bieten ihm die Beiträge doch exzellentes Wissen, Themenfülle und Differenzierung, dazu einen lesbaren Stil. Ein paar Redundanzen nimmt Dowe in Kauf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.10.2017

Christoph Dorner erfährt vom RAF-Experten Wolfgang Kraushaar Aufschlussreiches über die Alterserscheinungen der RAF. Auch wenn das Buch Dorner keine neuen Perspektiven auf die RAF eröffnet, kann Kraushaar doch die Bedeutung des Linksterrorismus für die Gegenwart beleuchten, indem er den Salafismus davon unterscheidet. Über den Deutschen Herbst informiert sich Dorner besser bei Butz Peters oder Stefan Aust. Doch wie Kraushaar mit souveränem Quellenwissen Entwicklungen der RAF sowie Defizite in der Interpretation des RAF-Terrors aufzeigt, findet der Rezensent beeindruckend. Akteure, Sogkräfte und Widersprüche der Bewegung vermag der Autor auf Basis seiner früheren Texte zum Thema zu erhellen, so Dorner.

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