Die Digitalisierung hat unsere Privatsphäre ausgehöhlt, die Öffentlichkeit in auseinanderdriftende Teilöffentlichkeiten zerlegt, Hemmschwellen gesenkt und die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge aufgeweicht. Der bekannte Theologe Wolfgang Huber beschreibt pointiert diese technische und soziale Entwicklung und zeigt an vielen anschaulichen Beispielen, wie und nach welchen Maßstäben wir die Digitalisierung selbstbestimmt und verantwortlich gestalten können. Die Haltungen zur Digitalisierung schwanken zwischen Euphorie und Apokalypse: Die einen erwarten die Schaffung eines neuen Menschen, der sich selbst zum Gott erhebt. Andere befürchten den Verlust von Freiheit und Menschenwürde. Wolfgang Huber wirft demgegenüber einen realistischen Blick auf den technischen Umbruch. Das beginnt bei der Sprache: Sind die "sozialen Medien" wirklich sozial? Fährt ein mit digitaler Intelligenz ausgestattetes Auto "autonom" oder nicht eher automatisiert? Sind Algorithmen, die durch Mustererkennung lernen, deshalb "intelligent"?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.09.2022
Rezensentin Vera Linß kann den Ausführungen des Theologen Wolfgang Huber leider nur teilweise etwas abgewinnen. Überzeugend findet sie Huber, wenn er eine "Verantwortungsethik" der Digitalisierung fordert und Bezüge zu Hannah Arendt und Hans Jonas herstellt. Leider gelingt es dem Autor nicht, seine theoretische Überlegungen auf den digitalen Alltag anzuwenden, kritisiert Linß. Hier fehlt dem Autor schlicht die Expertise, meint sie. Hubers Kritik an sozialen Netzwerken und Algorithmen bleiben oberflächlich beziehungsweise referieren nur Bekanntes, meint sie.
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