Wolfgang Büscher

Heimkehr

Cover: Heimkehr
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783737100892
Gebunden, 208 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ein Junge steht am Fenster seines Elternhauses, Abend für Abend, und schaut der Sonne zu, wie sie hinter den Hügelketten im Westen verschwindet. Die Wälder durchstreift er mit Freunden. Sie bauen Hütten, die der Förster zerstört. Es sind die frühen sechziger Jahre.Jahrzehnte darauf macht Wolfgang Büscher den Traum seiner Kindheit wahr. Er zieht in den Wald und erlebt dort Frühjahr, Sommer, Herbst. Ein Fürstenhaus an der hessisch-westfälischen Grenze, wo Büscher aufwuchs, überlässt ihm eine Jagdhütte - mitten im Wald, mitten in Deutschland. Hier schlägt er sein Feldbett auf. Kein Strom, kein fließend Wasser. Er richtet sich auf eine stille Zeit ein, auf Holzhacken und Feuermachen, eine Jagd ab und zu, eine Wanderung, ein Schützenfest, auf radikale Einsamkeit und eine Schwärze der Nächte, die in der Stadt unbekannt ist. Das Jahr wird ungeahnt dramatisch, Sturm, Hitze und Käferplage bringen den halben Wald um. Und noch etwas ändert alles. Büschers Mutter stirbt in diesem Sommer, das Haus, in dem er aufwuchs, ist nun leer, aber voller Erinnerungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.09.2020

Joseph Hanimann ist ganz froh darüber, dass Wolfgang Büscher weder ein Thoreau noch ein romantischer Waldschwärmer ist. Büschers Meditation über den deutschen Wald scheint ihm von innerer Logik und angenehm changierend zwischen persönlicher Familien- und Nationalgeschichte. Dass der Autor überdies ein geduldiger Beobachter und scharfer Zeitanalyst ist, sorgt laut Hanimann für helle Momente mit Fuchs und Motorsäge, Borkenkäfer und Schützenfest, ohne dass der Autor dem Leser gleich die ganze Welt erklärt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2020

Rezensent Oliver Jungen bewundert Wolfgang Büschers für seine Eloge auf den deutschen Wald. Dass die nichts von Naturpoesie hat und auch die düsteren Oberförster-Momente des Waldes berücksichtigt, findet Jungen gut, auch wenn ihm die Verwandlung des Waldes in Waldbücher grundsätzlich etwas seltsam erscheint. Büschers Waldbuch aber überzeugt ihn mit genauer Beobachtung, feinem Stil und klugen Gedanken, etwa über das "Hinüberwurzeln" des Uralten ins Heute, über Waldarbeit und die Jagd. Das Leben in und mit dem Forst, selten hat Jungen es so sensibel porträtiert bekommen.

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