Sumana Roy

Wie ich ein Baum wurde

Cover: Wie ich ein Baum wurde
Matthes und Seitz, Berlin 2020
ISBN 9783957578587
Gebunden, 267 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Grete Osterwald. Sumana Roy will im eigenen Rhythmus leben, in der Gegenwart, in der Baumzeit. Denn in den Wäldern und Hainen findet sie Ruhe statt Lärm, Einfachheit statt Überfluss, Selbstlosigkeit statt Eigennutz und statt gesellschaftlicher Zwänge die individuelle Souveränität fest verwurzelter Pflanzen. Sie kündigt ihre Stellung als College-Professorin, um sich ganz ihrer Baumbesessenheit hinzugeben, und findet Gleichgesinnte und Entsprechungen ihrer Sehnsucht in bengalischen Märchen, indischen und griechischen Mythen und Ritualen, in denen Menschen mit Bäumen verheiratet werden. Eigene Kindheitserinnerungen mit Kulturgeschichte und indische Dichtung mit Erkenntnissen aus Religion und Wissenschaft verwebend, gerät Sumana Roys Spurensuche zu einer weitverzweigten Meditation über das Wesen der Menschen und Bäume.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.07.2020

Rezensentin Sylvia Staude lässt sich gerne von Sumana Roys Buch den Blick für Bäume schärfen. Die indische Autorin gibt sich in ihrem "(Sach-)Buch" der Sehnsucht hin, selbst ein Baum zu werden, und führt dabei allerlei Dichter, Künstler und Philosophen an, die ihre Leidenschaft teilen, darunter Ovid, Tarkowskij oder Alain de Botton. Dabei weist Roy auch kritisch darauf hin, wie sich die Menschen über die Zeit hinweg immer mehr vom Baum entfernt haben, und fordert zu Recht, so Staude, dass Schulkinder für das Lebewesen sensibilisiert werden. Für die Rezensentin eine manchmal "philosophisch anstrengende", aber verblüffende, "blätterflirrende" Lektüre, die den Leser lehrt, Bäume nicht mehr nur als Ressource zu betrachten, schließt sie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.07.2020

Ziemlich überrascht schreibt Rezensentin Susanne Billig über dieses Buch, in dem die Autorin erzählt, wie sie ein Baum werden wollte. Oder einen heiraten. Oder irgendwie in der von Bäumen geprägten Natur aufgehen will. So ganz klar wird es nicht, auch nicht der Kritikerin, die dennoch ganz fasziniert ist. So ungewöhnlich findet sie die Überlegungen der Autorin, die viel mit Zitaten und anspielungen aus der indischen Literatur arbeitet. Das ist mal original, mal eher abwegig - aber für Billig alles in allem doch auf interessante Art ungewöhnlich. 
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