Erkenntnisse aus den alten Mythen der Völker, aus vergleichender Religionsbetrachtung, Mystik, Alchimie, Astrologie, Tiefenpsychologie und Volkskunde sind übersichtlich zusammengefasst. Die Einzelartikel, Querverweise, das prägnante Sachregister und die große Anzahl von Abbildungen informieren in leicht zugänglicher und unterhaltsamer Weise Leserinnen und Leser, die sich kulturgeschichtlich, aber auch ganz gegenwärtig für die Tiere, ihre Symbolik und deren Bedeutung für unsere Charaktereigenschaften interessieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Die Autoren Wolfgang Bauer und Clemens Zerling biegen "Zoo- und Theologie ineinander", befindet Rezensent Ulrich Holbein. Eher trifft aber wohl zu, dass diese Ineinanderbiegung schon zu einem früheren Zeitpunkt stattfand. Isidor von Sevilla etwa "sah in Ochs und Eselein die Juden und die Heiden", und der Rabe war "weißer als ein Rebhuhn", bevor er das Feuer vom Himmel holte "und sich dran versengte". Ein gründlich "vom Aal bis zur Zikade" vorgehendes Lexikon von "Mythen, Ethnologica und tiefsinnig ergötzlichem Aberglauben" ist dieses Werk, so Holbein. Unter anderem würden anhand des Lexikons auch schon frühe Manipulationen an Tieren belegbar: Weil die Mönche auch freitags auf ihr Fleisch nicht verzichten wollten, definierten sie einfach den Biber als Fisch. Der Rezensent ist aber spürbar nicht in seiner Welt. Sein Ton ist spöttisch, was jedoch mehr dem allzumenschlichen Hang zur "magisch-spirituellen Erhöhung" zuzuschreiben sein dürfte als dem Buch.
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