Sudhir Kakar

Der Mystiker oder die Kunst der Ekstase

Roman
Cover: Der Mystiker oder die Kunst der Ekstase
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406480355
Gebunden, 269 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nathalie Lemmens. Sudhir Kakar erzählt die Geschichte eines jungen Inders, der die Grenzen seines Bewusstseins hinter sich lässt und erstaunliche Erfahrungen spiritueller Ekstase durchlebt. Es ist die Geschichte, wie einer, fast wider Willen, zum Mystiker wird, wie er die innere Wahrheit seiner Visionen gegen den aufgeklärten Verdacht, Halluzinationen aufzusitzen, verteidigen muss. Es ist die Geschichte eines Menschen, der zur falschen Zeit seine innere Erfüllung in der Vereinigung mit dem 'Göttlichen' sucht, in einer Zeit, die gelernt hat, solche Bestrebungen als klaren Ausdruck von geistiger Erkrankung zu deuten. Es ist aber auch die Geschichte der Begegnung zweier höchst unterschiedlicher Männer: der eine verwurzelt in den indischen Traditionen, bereit, sich höheren Erfahrungen zu unterwerfen, der andere in der Rationalität des Westens erzogen und in dem Willen bestärkt, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2002

Ganz deutlich sagt Hermann Kurzke gleich zu Anfang, was er von diesem Autor, "Indiens renommierterstem Psychoanalytiker", und einem Buch mit solchem Titel im besten Fall erwartet: "etwa eine Psychoanalyse radikaler Formen von Religiosität" oder eine "Rezeptur des Ekstatischen". Er zeigt sich enttäuscht, dass selbiges die interessierten Leser jedoch nicht erwartet, sondern "nur Geschichten". Kurzkes Interpretation der Handlung und ihrer Figuren - das Hin und Her um einen Mystiker, der zum Guru wird, verehrt aber wenig sympathisch, und dessen eifrigen Schüler, der zu einem nationalistischen Hinduismus übergeht - spitzt sich daraufhin zu: dies sei der Blick eines "unentschiedenen Voyeurs" auf den Weg Indiens in eine "pragmatische Modernität". Was dem Rezensenten daran nicht gefällt, sagt er ebenfalls sehr deutlich: dass nicht Analyse und kritische Aufarbeitung der "Seele Indiens" versucht wird, sondern im Kern "eine alte Trauer" um das Verschwinden archaischer Spiritualität zelebriert wird.
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